Gründerideen anno 1989 23.12.2019, 09:04 Uhr

Rückblick: Die Jubilare der Schweizer IT

Vor 30 Jahren herrschte Pioniergeist in der Schweizer Informatik. An rund 30 Orten wurden neue IT-Firmen gegründet. Computerworld stellt die Gründer und ihre damaligen Geschäftsideen vor.
Am europäischen Hauptsitz von Hewlett-Packard in Meyrin waren 1984 «vorbildliche» PC-Arbeitsplätze eingerichtet
(Quelle: Hewlett-Packard)
Nur vereinzelt war in der Computerworld vor 30 Jahren von einem Start-up zu lesen, das seine Nische im aufstrebenden Informatikmarkt gefunden hat. Doch es gibt sie, die Gründer in allen Teilen der Schweiz, die vor 30 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit wagten. In der Top-500-Datenbank von Computerworld sind die Gründungsjahre aller Schweizer Informatikfirmen gelistet. Rund 30 Start-ups sind mit Jahrgang 1989 verzeichnet. Zwei sogar mit Jahrgang 1959. Die Geschäftsideen könnten nicht unterschiedlicher sein: Business-Software, Netzwerk, PC-Reinigung, Sicherheit und natürlich Schreibmaschinen sowie Messinstrumente markierten die Anfänge der Schweizer IT-Szene. Computerworld stellt die Geschäftsideen vor.

Eri Bancaire: Banken-Software

Die Gründer von Eri Bancaire, die Familie Assaraf, erachteten den Finanzplatz Schweiz als guten Entwicklungsort und Einstiegsmarkt für eine Banken-Software. Das Unternehmen wurde im Jahr 1989 im Genfer Vorort Carouge gegründet. 2007 zügelte Eri in den benachbarten Vorort Vernier, wo die Firma weiterhin ansässig ist. Ihre Lösung, das «Olympic Banking System», bediente von Anfang an internationale Privatbanken, Vermögensverwalter und Fondsgesellschaften. Mit Kundennähe als Unternehmensstrategie unterhält Eri Bancaire mittlerweile Niederlassungen in Genf, London, Lugano, Luxemburg, Paris, Singapur und Zürich. Das Unternehmen beschäftigt über 400 Mitarbeiter und zählt mehr als 300 Banken und Finanzinstitute in über 50 Ländern weltweit zu seinen Kunden.
Den Unternehmenssitz im Genfer Vorort Vernier hat Eri Bancaire 2007 bezogen
Quelle: Eri Bancaire
Als Partner der ersten Stunde kooperiert IBM seit 30 Jahren mit Eri. Die Olympic Banking Software war ursprünglich für den Einsatz auf IBM-Systemen (früher AS/400, heute IBM System i) entwickelt worden. Mittlerweile läuft das Kernbanken-System auch auf marktgängigen Plattformen wie Linux, Unix und Windows. Unterstützt werden daneben Open-Source-Plattformen in den Clouds von IBM oder Microsoft Azure. Weiter bietet Eri heute mit Partnern wie Swisscom und ITpoint Systems verschiedene Betriebsmodelle wie Application Service Providing, Business Process Outsourcing, Platform as a Service oder Software as a Service an.
Mit Technologien wie Blockchain und dem immer grösseren Fokus der Banken auf Digitalisierung musste sich Eri den neuen Anforderungen stellen. So ist der Hersteller heute beispielsweise mit der Bank Frick im Blockchain-Banking unterwegs. Weiter sponsert Eri den grössten Schweizer Fintech-Inkubator F10.


Das könnte Sie auch interessieren