Die grosse Schweizer ICT-Leistungsschau

Security

Schon fast traditionell sehr gute Geschäfte tätigen derweil jene Firmen, welche die bestehenden und kommenden ICT-Infrastrukturen absichern helfen und die vielen Angreifer aus dem Cyberspace bekämpfen. So konnten die in der Security-Sparte erfassten Umsätze der Top-500-Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um fast 19 Prozent gesteigert werden.
Quelle:

Computerworld

Dadurch erreichte die Branche beinahe die Marke von 1,5 Milliarden Franken. Gemäss Thomas Meier, CEO von InfoGuard, hatten zwei Trends in der ICT-Branche Auswirkungen auf den Security-Sektor. Zum einen ist auch hier das Thema Cloud-Adaption relevant.
«Ein weiterer Schwerpunkt war die Integrierung von Operational Technology (OT) in die IT-Netzwerke, die zukünftig nahtlos ineinander­greifen werden», berichtet Meier. Er beobachtete daher auch hierzulande einen merklichen Anstieg der Nachfrage nach OT- und Cloud-Security-Services.

Kritische Infrastrukturen im Visier

Die fortfahrende Vernetzung auch der OT erhöht folglich das Risiko von Angriffen auf kritische Infrastrukturen. Nicht zuletzt deshalb reicht laut Meier der reine Schutz (Protect) der Systeme vor Angriffen nicht mehr aus. An Wichtigkeit zugenommen haben daher die Aufdeckung (Detect) und die aktive Reaktion (Respond) auf Attacken.
“Cyberwar ist keine Fiktion mehr, sondern leider Realität„
Sonja Meidl, Check Point
Ein Trend, der sich auch im laufenden Jahr und in naher Zukunft fort­setzen wird. «Hacker werden immer professioneller, organisierter und entwickeln laufend neue, hochkomplexe und automatisierte Angriffsmethoden», berichtet er. Dadurch werde es für Unternehmen – besonders für KMU – schwieriger, sich vor Angriffen zu schützen.
«Die Wichtigkeit von professioneller Cyber Security und besonders Cyber Defence mit den Bereichen Detect und Respond werden zunehmen», lautet daher seine Prognose.
Auch Sonja Meindl, Country Managerin Schweiz und Österreich von Check Point Software Technologies, beobachtet die zunehmende Professionalisierung.
«Auch Hacker nutzen künstliche Intelligenz und alle zur Verfügung stehenden Technologien, um Cyberangriffe zu lancieren», sagt sie. Zudem verändere sich die Geschwindigkeit, in der Cyberbedrohungen entstehen und weiterverbreitet werden, berichtet sie weiter.
Auch neue Wege und Ziele suchen sich Cyberkriminelle. Nicht nur einzelne Individuen und Firmen werden dann attackiert, sondern die Gesellschaft als Ganzes, was wiederum die Unterstützung durch staatliche Akteure nicht ausschliesst.
Hier könnten Meindl zufolge populäre Smartphone-Apps zum kritischen Punkt werden. «Stellen Sie sich beispielsweise eine manipulierte GPS-App vor, um ein Verkehrschaos in einer bestimmten Stadt oder Region zu erzeugen», umschreibt sie eine mögliche Methode.
«Cyberwar ist keine Fiktion mehr, sondern leider Realität», ist Meindl folglich überzeugt.
Die zunehmende Bedeutung des Themas Cybersecurity führt denn auch einer Vermehrung der Akteure, was sich dieses Jahr auch in der Top-10-Rangierung von Computerworld zeigt.
So haben sich sowohl Cisco also auch Kudelski – allerdings mit geringen Geschäfts­anteilen – mittlerweile im Security-Umfeld etabliert. Bei der Westschweizer Kudelski Group wurde beispielsweise die Sicherheits-Sparte ständig ausgebaut und gehört heute zu den treibenden Faktoren der ganzen Gruppe.
So hat Kudelski Security, der Geschäftsbereich Cybersecurity innerhalb der Kudelski-Gruppe, im vergangenen Jahr in Zürich eigens eine neue Niederlassung eröffnet.


Das könnte Sie auch interessieren