09.02.2015, 13:52 Uhr

Die besten Passwort-Manager im Vergleich

Wer hat nicht mehr Passwörter als er selbst verwalten kann? Zur Hilfe kommen Passwort-Manager. Doch was taugen die Verwalter.
Passwörter nerven. Denn sie müssen lang, kompliziert, einzigartig und schwer zu erraten sein. Zu allem Übel sollten sie alle 3 bis 6 Monate geändert werden. Wer hier kein ausgefuchstes System verwendet, wie wir bereits in unserer Übersicht «6 einfache Passwort-Tricks» aufgezeigt haben, der ist auf ein Tool zur Verwaltung seiner Passwörter angewiesen. Wir haben eine Reihe von solchen Passwort-Managern zusammengetragen.

1. Dashlane

Dashlanegehört zu den derzeit besten Passwort-Managern. Denn das Tool verwaltet nicht nur die Losungen, es kann sie auch mit einem Klick ändern. Zudem unterstützt Dashlane die zwei-Faktoren-Authentizierung und ist insofern «geschäftstauglich», als Passwörter für Teams und Arbeitsgruppen definiert werden können. Dashlane kostet 40 Dollar pro Jahr und User. Es gibt aber auch eine Gratis-Version, diese ist allerdings auf ein Gerät beschränkt. Um mit dem Werkzeug eine Testfahrt zu unternehmen, reicht die Funktionalität jedenfalls. Das Einzigartige an Dashlane ist, dass Passwörter mit einem Klick geändert werden können, und zwar bei mehr als 160 der populärsten Webdienste, einschliesslich Facebook, Twitter, LinkedIn, Pinterest, Amazon, Dropbox und Evernote. Da Sicherheits-Experten einem empfehlen, die Passwörter regelmässig zu wechseln, ist dieses Feature ein killer-Argument für Dashlane.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Teamfähigkeit von Passwörtern. So können Konten von mehreren Usern verwendet werden – beispielsweise der Firmen-Account bei Facebook. Die Zugänge können via Dashlane erteilt und – was sehr wichtig ist – auch wieder entzogen werden. Das automatische Login funktioniert zudem auch bei mehrstufigen Einwahlverfahren, wie sie bei Banken verwendet werden. Alle Passwörter und Formular-Ausfüll-Infos werden verschlüsselt und entweder lokal oder in der Cloud gespeichert. Einzige Beschränkung ist das Login bei iOS-Apps. Dies bewältigt Dashlane nicht – wie übrigens alle anderen Passwort-Manager auch. Immerhin: der iOS-Browser Safari von Apple wird unterstützt. Dies nachdem die iPhone- und iPad-Herstellerin seit Kurzem Erweiterungen von Drittherstellern für Safari zulässt. Nächste Seite: LastPass

2. LastPass

Ebenfalls ein sehr empfehlenswerter Passwort-Manager ist LastPass, vor allem im professionellen Umfeld. Das Tool gibt es in einer Unternehmensversion, bei der beispielsweise das Active Directory synchronisiert werden kann, Management-Policies definiert und provisioniert werden können. Das Tool bietet Single-Sign-on für gängige Cloud-Anwendungen wie Office 365, Google Apps und Salesforce. Es unterstützt zudem sowohl Hardware- als auch Software-basierte Mehrfaktoren-Authentizierung. Ein praktisches Feature ist auch die Erstellung von «Einmal-Passwörtern», die man dann beispielsweise auf Computern oder in Netzen verwenden kann, denen man nicht trauen kann, da sie etwa öffentlich zugänglich sind.
Ein weiteres Feature für Geschäftsanwender ist die Möglichkeit, geschäftlich verwendete Passwörter von solchen für den privaten Gebrauch zu trennen. So können Unternehmen die geschäftlichen Losungen verwalten, während der Anwender als Privatanwender seine Seiten sicher besuchen kann. Wegen dieser Unternehmens-Features wird das Tool laut LastPass von 10'000 Firmen verwendet, und zwar vom KMU bis zum Grossunternehmen.
Je nach Volumen zahlt man zwischen 18 und 24 Dollar pro Anwender und Jahr. Auch LastPass erlaubt es, Passwörter der verschiedenen Dienste zu ändern. Aber das Verfahren ist komplizierter und langwieriger als bei Dashlane. So muss das Passwortänderungsbegehren für jede gespeicherte Webseite separat initiiert werden. Zugegeben, das ist einfacher, als jede Webseite selbst anzusurfen und nach der Passwortänderungsmöglichkeit Ausschau zu halten. Nächste Seite: KeePass und 1Password

3. KeePass

KeePasseignet sich für den persönlichen Gebrauch, und hat gewisse Vorteile gegenüber Dashlane und LastPass. Das Tool ist gratis und quelloffen, integriert in die Windows Benutzerkontensteuerung  (User Account Control) und kein Browser-Plug-in. Eine riesige Feature-Vielzahl bietet das Tool aber nicht. Es ist eher eine sichere Minimalisten-Lösung. Immerhin: KeePass unterstützt PowerShell-Scripting, so dass sich eine massgeschneiderte Lösung erstellen lässt.

4. 1Password

1Passwordist nicht nur ein Passwort-Verwalter, sondern auch ein –Ersteller. Das Tool generiert also zufällige Zeichenfolgen als Passwort, und zwar für jede Webseite und jeden Webdienst. Danach verwaltet 1Password die Losungen in einem virtuellen Safe und füllt beim Login das jeweilige komplexe Passwort ein. Auch 1Password ist teamfähig. Die Passwörter lassen sich mit Kollegen oder Freunden teilen. Aber: 1Password ist nicht gratis. Die Einzelplatzversion für Windows und Mac kostet knapp 50 Dollar. Die mobilen Versionen für iOS und Android sind zwar zunächst gratis. in-App-Käufe schlagen aber mit knapp 10 Franken zu Buche. Nächste Seite: Blur und PasswordBox

5. Blur

Blurvon Abine ist nicht nur ein Passwort-Manager und –Generator. Das Tool kann die eigene Identität im Web gut verschleiern. So erstellt das Werkzeug auf Wunsch auch Wegwerf-E-Mail-Adressen. Und dies alles mit der Gratis-Version von Blur. In der Bezahl-Version (Kostenpunkt: 40 Dollar) lassen sich darüber hinaus Kreditkartennummern mit Ausgabenlimiten erstellen, ein guter Schutz gegen versteckte Zusatzkosten oder den Nummernklau im Internet. Des Weiteren erstellt Blur Telefonnummern, mit denen man die eigene Rufnummer maskieren kann.

6. PasswordBox

Die PasswordBoxwurde vor Kurzem von Intel aufgekauft. Zur Zeit ist die Premium-Version des Tools noch gratis. Und: Der Dienst plant Ende Jahr das Feature «True Key» zu lancieren. Dieses soll biometrische Erkennung in die Passwort-Management-Welt einführen. Statt mit einem Master-Passwort erhält man dann mittels Gesichtserkennung Zugang zur PasswordBox. Ein weiteres hübsches Feature: Es lässt sich – wie bei Dashlane übrigens auch – ein Kontakt für Notfälle definieren, die dann Zugriff auf den Passwort-Safe erhält, wenn einem etwas zustösst. Über das Feature lassen sich natürlich auch Passwörter mit Kollegen und Angehörigen teilen. Die PasswordBox ist gratis.


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