x86 ist noch lange nicht am Ende

EXKLUSIV: x86 ist noch lange nicht am Ende

Gekonntes Abgucken

AMD erwies sich als überaus erfolgreich beim Absorbieren dieser High-End-Designtechniken in ihre x86er-Chips. Intel hechelt der kleinen Konkurrentin immer ein wenig nach. AMD hatte aber nicht nur bei 64-Bit- sowie Dual-Core-Prozessoren die Nase vorn, sondern sorgte für weiteren Fortschritt auf Chipebene. So hat sie die proprietäre Architektur «Direct Connect» ertüftelt. Sie nutzt die so genannte Hypertransport-Technik, um extrem I/O-Geschwindigkeiten zwischen der CPU und dem restlichen System zu erzielen. Direct Connect ermöglicht es den beiden Kernen auf einem Dual-Core-Chip ausserdem, effizienter miteinander zu kommunizieren als bei Intels vergleichbaren Designs. «Direct Connect beseitigt alle Engpässe des Front-Side-Bus. Wir integrieren den Memory-Controller direkt auf dem CPU-Kern und binden den Connectivity-Bus direkt an», erklärt Patla.
Erwartungsgemäss kontert Intel-Manager Shannon Poulin: AMDs vermeintliche Vorteile seien übertrieben. Intel habe bewusst an bestehender x86-Techniken festgehalten, und zwar deshalb, weil das die Hersteller günstiger komme: «Bei einem internen Memory-Controller muss man jedesmal, wenn eine neue Memory-Achitektur eingeführt werden soll, den Prozessor anpassen, und damit schlussendlich den Server», so Poulin. Ausserdem erziele Intels aktuelles Chipset E8500 dieselben Vorteile wie Direct Connect, und zwar mittels eines separaten Front-Side-Bus mit dedizierter Bandbreite für jeden Kern des doppelkernigen Xeons.
Ausserdem, gibt Poulin zu bedenken, profitierten Intel-Käufer von deren fortschrittlichen Fertigungsprozessen. Damit spielt er auf das 65-Nanometer-Verfahren an, das Intel noch vor Jahresfrist weitflächig einführen will. Bereits jetzt verwendet Intel 12 Zoll grosse Silizium-Wafer - dies ist von Vorteil bei der Massenproduktion grösse--
rer mehrkerniger Chips -, während einige Konkurrenten noch immer mit 8 Zoll produzieren.



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