«Innovation ist in der DNS und Kultur von Bühler»

Cloud fördert globale Kollaboration

Wie steht es mit der Security? Offene Kollaboration heisst ja auch Daten mit Dritten teilen. Wie gewährleisten Sie Datensicherheit, Herr Goetz?
Goetz: Die Datensicherheit hat absolute Priorität für uns. Wir haben strenge Standards definiert, was jeweils erlaubt ist und was nicht. Dabei arbeiten wir mit den branchenführenden Plattformen, die einen geregelten und sicheren Zugriff erlauben.
Welche Kriterien haben Sie festgelegt zum Standort der Daten? Sicherlich sind die Konstruktionszeichnungen der Bühler-Maschinen nicht unbedingt auf den Microsoft-Servern abgelegt.
Goetz: [schmunzelt] Das stimmt. Unsere Kernsysteme wie das ERP und das Produktdatenmanagement mit den CAD-Plänen für die Maschinen liegen heute in unseren Rechenzentren in der Schweiz. Andere Anwendungen beziehen wir schon heute aus der Cloud, etwa die Kollaborationslösung Office 365, die neue Webseite und das Performance-Management.
Will heissen: Wir sind offen für Cloud-Lösungen, aber auch nicht für alle. Die Anbieter müssen Kriterien erfüllen, Zertifikate vorweisen können und auch Garantien abgeben. Ich bevorzuge ausserdem europäische Standorte für die Cloud-Rechenzentren.
Nehmen Sie Einfluss auf Entscheidungen zum Standort der Rechenzentren, Herr Scheiber?
Scheiber: Nein. Als international tätiges Unternehmen hat Bühler globale Daten. Für diese Daten benötigen wir natürlich auch globale Anwendungen. Und wir haben ein sehr professionelles IT-Team, das uns hier die jeweils besten Lösungen erarbeitet.
Welche digitalen Elemente sind in der Produktion von Bühler heute im Einsatz?
Scheiber: Zum Beispiel arbeiten wir im Produktionsprozess hier in den Montagehallen mit Flow- und Kanban-Methoden, in die auch die Zulieferer jeweils eingebunden sind. Weiter werden der Kundendienst und die Montage durch Augmented Reality unterstützt.
Goetz: Augmented Reality kommt neu auch in der Wartung unserer Maschinen bei den Kunden vor Ort zum Einsatz. Im Rahmen zweier Pilotversuche nutzen unsere Techniker Technologien wie Google Glass oder das iPad, um die Geräte zu reparieren und zu warten. Die Technologie hilft den weniger spezialisierten Aussendienstmitarbeitern, die sehr komplexen Tätigkeiten auszuführen. Aufgrund der guten Erfahrungen wird einer der Piloten in Asien im Januar 2019 in den produktiven Betrieb gehen. Hier sehen wir grosses Potenzial.
Die Mühlen von Bühler lassen sich via Tablet-App fernsteuern und warten
(Quelle: Bühler)
Roberts: Daneben haben wir in den vergangenen drei Jahren das erwähnte Kundenportal «MyBühler» entwickelt und aufgeschaltet. Dort können unsere Kunden die Service- und Wartungsarbeiten ihrer Maschinen steuern. Sie können aber auch Konstruktionszeichnungen abrufen, Stücklisten einsehen und Ersatzteile bestellen. Mittlerweile nutzen rund 20 Prozent der Kunden dieses Portal.
Für uns war das Portal ein grosser Schritt, haben wir doch alle produktrelevanten Daten in einer Plattform zusammengefasst. Im dahinterliegenden SAP-System sind nun Informationen über die Einzelteile, Lagerorte und Preise abgelegt. Damit bereiten wir uns schon vor auf den Digital Twin, das virtuelle Pendant der Maschinen. Allerdings braucht die Umsetzung noch einiges an Zeit.


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