«Innovation ist in der DNS und Kultur von Bühler»

Bühlers globaler Innovationswettbewerb

Wie funktioniert Innovation bei Bühler? Oder: Wenn beispielsweise Sie, Herr Roberts, eine Idee haben, wie wird vorgegangen?
Roberts: Oh, ich habe ganz viele Ideen! [lacht]
Goetz: [lacht] Das sind allerdings zwei vollkommen unterschiedliche Fragen!
Stefan Scheiber: Wir sollten uns auf die erste Frage fokussieren. Sonst ufert das zu sehr aus. [lacht]
Roberts: Okay. [grinst] Unsere rund 13'000 Mitarbeiter haben jeder für sich einzigartige Erfahrungen, Fähigkeiten und Wahrnehmungen von Kundenbedürfnissen. Unsere Herausforderung als Management besteht nun darin, alle Mitarbeiter in den Innovationsprozess einzubeziehen. Dafür veranstalten wir unter anderem alle zwei Jahre einen globalen Innovationswettbewerb.
CEO Stefan Scheiber, CIO Manfred Goetz und CTO Ian Roberts (von links) im Gespräch
(Quelle: Samuel Trümpy)
Die Aufgabe in diesem Jahr bestand darin, Lösungen zu entwickeln, die auf unser Ziel einzahlen, den Energieverbrauch und die Abfallproduktion bis 2020 um 30 Prozent zu senken. Fast 5500 Mitarbeiter aus der ganzen Gruppe haben sich beteiligt und schlugen 350 Geschäftsideen vor. Die besten lokalen Vorschläge aus China, Indien, Südafrika, Lateinamerika, Nordamerika und natürlich aus Europa haben wir dann eingehend geprüft. Einige davon wurden umgehend vor Ort implementiert, wenn das die beste Lösung war. Die 30 besten Ideen wurden auf internen Plattformen vorgestellt.
Nun waren alle Mitarbeiter aufgerufen, einem der Projekte ihre Stimme zu geben. Die Gewinner wurden an den Hauptsitz nach Uzwil eingeladen, wo sie ein viertägiges Start-up-Training durchliefen. Anschliessend konnten sie ihre Ideen vor der Konzernleitung präsentieren.
Gibt es Möglichkeiten für das Umsetzen von Ideen abseits des Wettbewerbs?
Roberts: Natürlich. Unabhängig von diesem Innovationswettbewerb gibt es einen klar definierten und strukturierten Prozess, wie aus der Idee eine Optimierung oder ein neues Geschäftsmodell entstehen kann.
Scheiber: Wir bieten unseren Kunden ein komplettes Lösungsportfolio mit Maschinen, Prozesslösungen, Einzelteilen und Automatisierungslösungen. Das heisst für unsere Innovation, dass wir nicht nur neue Maschinen oder neue Lösungen entwickeln. Auch eine Verbesserung am Prozess, eine neue Anwendung, ein verändertes Rezept oder ein verbesserter Wartungszyklus kann Innovation und gesteigerten Kundennutzen bedeuten.
Zur Firma
Bühler
wurde 1860 als Eisengiesserei in Gupfen nahe Uzwil gegründet. Heute ist das Unternehmen ein Lösungspartner für die globale Nahrungsmittel- und Mobilitätsindustrie: Mit den Anlagen und Technologien des Schweizer Unternehmens werden täglich über zwei Milliarden Menschen ernährt und eine Milliarde bewegt. Der Familienbetrieb ist in über 140 Ländern aktiv und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 2,7 Milliarden Franken.


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