Swiss Digital Summit 02.10.2018, 12:00 Uhr

Professoren sehen Hürden für die Digitalisierung

Am Treffen der Schweizer Informatik Gesellschaft SI haben Professoren auf die Hürden zur Digitalisierung der Schweiz hingewiesen. Es fehle am Computational Thinking und Daten-Know-how.
Professor Reinhard Riedl von der Berner Fachhochschule sieht keine Jobs in Gefahr
(Quelle: computerworld.ch )
Die Digitalisierung verändert die Gesellschaft und die Wirtschaft. Mit diesem Satz könnte heute nahezu jeder Artikel in einer Technik- oder Wirtschaftspublikation beginnen. Denn die Veränderungen durch Computertechnologie sind tatsächlich so weitreichend. Professoren der Schweizer Informatik Gesellschaft SI beleuchteten das Thema am «Swiss Digital Summit» in Zürich aus den Perspektiven ihrer Fachdisziplinen.
Laut Professor Reinhard Riedl, wissenschaftlicher Leiter der Berner Fachhochschule für Wirtschaft, wird die Lücke zwischen den vorhandenen und notwendigen Kenntnissen im Bereich der Digitalisierung immer grösser. Der Schweizer Arbeitsmarkt benötige besonders Fähigkeiten wie Computational Thinking und Know-how für den Umgang mit Daten. Die künftigen Data Scientists müssten Neugierde und Fähigkeiten zum Umgang mit Unschärfe (in den Daten) mitbringen. «Jeder Angestellte muss in Zukunft programmieren und mit Daten arbeiten können», sagte Riedl.
Von der allgemeinen Angst vor massenweise Jobverlust durch die Digitalisierung wollte der Wissenschaftler nichts wissen: Bis anhin habe sich gezeigt, dass die Technologie keinen signifikanten Einfluss auf den Arbeitsmarkt habe. Zwar würden an einem Ort durchaus Stellen verschwinden, dafür entstünden am anderen Ort aber wieder Neue, sagte Riedl.

Obligatorisches Spiele-Programmieren

Die Fähigkeiten und Kenntnisse für die digitale (Arbeits-)Welt sollten in der Schweiz bereits in der Schule vermittelt werden, sagte Professor Alexander Repenning von der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. Er selbst vermittle im Projekt «Scalable Game Design» den zukünftigen Lehrpersonen, wie sie ihren Schülern das Computational Thinking vermitteln können. Anhand der von Repenning selbst entwickelten Software «AgentSheets» können etwa Primar-Schüler die Grundlagen der Programmierung erlernen. So «entwickeln» die Kinder mit grafisch umgesetzten Logik-Verknüpfungen ihre eigenen Computerspiele.
Professor Alexander Repenning von der FHNW lehrt das «Scalable Game Design»
(Quelle: computerworld.ch)
Das «Scalable Game Design» deckt nach den Worten Repennings fast die Hälfte der Anforderungen (44 Prozent) aus dem «Lehrplan 21» ab. In Pilotversuchen zum Beispiel in den Kantonen Basel-Land, Solothurn und Thurgau seien beachtliche Lernerfolge erzielt worden, sagte der Experte. An der FHNW sei der Kurs im Grundstudium heute obligatorisch. Das Obligatorium hätte die Schweiz den USA voraus, wo das «Scalable Game Design» zwar schon viel mehr verbreitet sei, aber noch nicht als Pflichtstoff im Lehrplan stehe.


Das könnte Sie auch interessieren