Finanzplatz Schweiz 21.11.2017, 14:00 Uhr

Finnova und die Schweizer Banken im Wandel

Der Kernbanken-Anbieter Finnova ist im Wandel begriffen, genau wie die Schweizer Banken. Die Manager Charlie Matter und Hendrik Lang berichten von Erfolgen und Herausforderungen.
Charlie Matter amtet seit 1999 als CEO und Delegierter des Verwaltungsrats von Finnova
(Quelle: Finnova)
Das Software-Haus Finnova stellt sich im Schweizer Banken-Markt neu auf. Das Unternehmen hat neue Entwicklungsmethoden eingeführt und partnert bei bestimmten Technologien, um den Kunden neue Anwendungen bieten zu können. CEO Charlie Matter und Chief Customer Officer Hendrik Lang berichten im Interview mit Computerworld, welche Erfolge sie mit der neuen Strategie feiern konnten. Und vor welchen Herausforderungen sie stehen.
Computerworld: Im Artikel über die Pioniere der Schweizer ICT in der Computerworld-Spezialausgabe «Top 500» ist mir offenbar ein Fehler unterlaufen. Herr Matter, wie lange sind Sie wirklich bei Finnova?
Charlie Matter: Um genau zu sein, seit dem 11. Januar 1999. Es sind mittlerweile also fast 19 Jahre. Damit bin ich mehr als volljährig! [lacht]
CW: Damit darf ich Sie wohl trotzdem als ein Urgestein des Unternehmens bezeichnen. Gibt es Kollegen, die noch länger dabei sind?
Matter: Tatsächlich gibt es Mitarbeiter, die seit 30 Jahren im Unternehmen sind. Als ich zu Finnova kam, waren wir eine junge Firma. Pensionierung war nie ein Thema. Mittlerweile haben wir schon einige Leute in die Pension entlassen und einige stehen kurz davor. Finnova ist mittlerweile ein etabliertes Unternehmen in der Schweizer Software-Szene.
CW: Aber auch ein modernes Unternehmen, habe ich gehört. Ihr Mediensprecher sagte, Sie haben vor einiger Zeit die Entwicklungsmethoden verändert.
Matter: Ja, das stimmt. Vor über drei Jahren haben wir mit der Einführung agiler Methoden begonnen. Wir wollten die eingefahrenen Denkweisen und Prozesse aufbrechen und die Firma «neu erfinden». Dafür haben wir neue Leute mit neuen Skills sowie einige externe Berater mit ins Boot geholt. In dieser Phase haben wir das Personal aufgestockt, ohne viel mehr Umsatz zu erwirtschaften.
CW: Hatten Sie Schwierigkeiten, Mitarbeiter für die neuen Methoden zu finden?
Matter: Wir spüren keinen generellen Mangel. Punktuell gibt es aber immer wieder eine Knappheit bei den Kompetenzen. Spezialisten im Allgemeinen zu finden ist anspruchsvoll, sich ihnen als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren ebenfalls.
Hendrik Lang: Die Umstellung auf die agilen Methoden hat sehr dabei geholfen, Fachleute aus verschiedenen Disziplinen zu finden. Insbesondere jüngere Leute sind fasziniert. Sie wollen agil entwickeln und für Unternehmen arbeiten, die ihnen ein entsprechendes Umfeld bieten. Da wir mit dreieinhalb Jahren agiler Praxis schon als ausgereift gelten und unsere Erfahrungen zum Beispiel auch in Vorträgen präsentieren, haben wir einen guten Zulauf.
Zur Person
Charlie Matter
amtet seit 1999 als CEO und Delegierter des Verwaltungsrats von Finnova. Frühere Stationen waren der Posten des Direktors von Selecta, des Vizedirektors von Telekurs und verschiedene Führungsposition bei IBM im Bereich Banken und Versicherungen.



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