Basel-Stadt eröffnet ab sofort E-Patientendossiers

Keine EPD auf Vorrat

Vorerst kann man in Basel allerdings sein eigenes EPD nicht präventiv erstellen und dazu in aller Ruhe seine Gesundheitsdaten einsammeln, sondern kann nur bei einer aktuellen Behandlung am USB ein e-Dossier eröffnen. Zudem braucht man laut Bruderer einen Schweizer Wohnsitz sowie eine AHV-Nummer. Der offizielle Startschuss für myEPD ist jetzt in drei Kliniken des USB gefallen. Bis Ende 2019 soll das ganze USB damit arbeiten. Im Folgejahr ist der Anschluss von weiteren Gesundheitseinrichtungen im Stadtkanton sowie auch solchen aus den Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn geplant.
Landesweit werden EPD mit rund einem Dutzend Projekten vorangetrieben, nicht nur im Nordwesten im Verbund. So arbeiten etwa die Kantone Genf, Wallis und Waadt bei der Entwicklung des elektronischen Patientendossiers in der Westschweiz zusammen, ebenso Bern, Zürich und Schauffhausen respektive Luzern und Nidwalden. Gemäss Schmid sichern bundesrechtliche Vorgaben die Kompatibilität – an sich ist das Gesundheitswesen Kantonssache. Träger der EPD sind so genannte «Stammgemeinschaften» beteiligter Player; jene der Nordwestschweiz soll 2019 zertifiziert werden und damit zur landesweiten Vernetzung bereitstehen.

Kostenfragen offen

Der Bund hatte 2017 landesweit insgesamt 30 Millionen über drei Jahre für Anschubfinanzierungen bereitgestellt. Basel-Stadt beziffert seine EPD-Einführungskosten auf gegen sieben Millionen Franken. Für den Betrieb erwartet der Stadtkanton einen Bundeszustupf von zwei Millionen.
Kostenseitig sind jedoch noch Fragen offen: Laut Burkhard Frey vom Basler eHealth-Trägerverein tragen vorerst die Stationären, etwa Spitäler, die myEPD-Kosten. Für Ambulante, etwa Ärzte, solle es «möglichst günstig» werden und für Patienten «möglichst gratis». Das sei aber noch nicht definitiv, bis das System ausgearbeitet ist. In Zukunft sei das EPD wohl ein normales Modul für eine Praxis-Software.
Als IT-Partner ist in Basel die Swisscom dabei, dies seit frühen Vorarbeiten. Sie will myEPD dezentral ausschliesslich in Schweizer Rechenzentren betreiben. Die technische Lösung für das bestehenden System in Genf mit rund 30'000 EPD stammt derweil von der Post. Weil Genf dem Bundesrecht vorausgegangen war, muss man sich diesem teils noch anpassen, während Basel-Stadt sein EPD auf Bundeslinie sieht.


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