«Wir stossen in neue Dimensionen vor»

Ausgeklügelte Kühlung

CW: Das stellt auch hohe Anforderungen an die Kühlsysteme. Was kommt hier auf uns zu?
Meier: Da gibt es viele Möglichkeiten. Diese sind aber stets ortsabhängig. Wir können in der Schweiz beispielsweise nicht mit Meerwasser oder Schmelzwasser grosser Gletscher kühlen. Wir können auch nicht mit Abwasser die Temperatur senken, so wie man das etwa in Singapur macht. Dafür fehlen uns die Mengen an Abwasser.
Ein weiterer Faktor ist das Klima. Wir haben kalte Winter und heisse Sommer und können also nicht permanent mit Aussenluft kühlen. Hinzu kommen unsere heimischen Umweltschutz­bestimmungen. Wir haben die weltweit restriktivsten Vorschriften bezüglich Kältemittel und Klimaanlagen. Das bedeutet, dass die Hersteller grossartige Konzepte für verschiedenartige Kühlungen haben, diese aber in der Schweiz nicht immer einsetzen dürfen. Das schränkt die Angebots­palette für Schweizer Erbauer von Rechenzentren derzeit ein. Das wird sich wohl ändern, sobald auch die EU und die USA ihre Vorschriften weiterentwickeln und die Hersteller ihre Produktpaletten um entsprechende Alternativen erweitern.
CW: Wie kühlen Sie?
Meier: Wir setzen auf integriertes Free Cooling. Im Sommer kühlen wir ab einer bestimmten Temperatur mit einer strom­betriebenen Anlage. Ist es kalt genug, nutzen wir die Aussenluft. Die Kühlung haben wir im Vorfeld berechnet auf Basis stündlich gemessener Temperaturwerte während der letzten zwei Jahre. Von 8760 Stunden im Jahr müssen wir nur 1900 Stunden mit elektrisch erzeugter Kühlung arbeiten. Leider fehlen uns hier in der Umgebung die Ab­nehmer, sonst könnten wir die Abwärme als Fernwärme weiterleiten.
Zur Firma
Green Datacenter
ist eine Schwestergesellschaft des Service Providers green.ch, das 2002 in das Geschäft mit Rechenzentren einstieg. Heute verfügt Green Datacenter über vier untereinander vernetzte Data Center und mit Zürich-West 3 bald über eine weitere Anlage. Damit zählt Green Datacenter zu den grössten Colocation-Anbietern des Landes mit Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen. Der Hauptsitz beider Gesellschaften ist in Lupfig. Geleitet werden die beiden rund 140 Mitarbeitende zählenden Unternehmen von Frank Boller.


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