Regulatoren wollen Bitcoin zähmen

Auch in Europa im Visier

Auch in Europa rücken Kryptowährungen immer mehr in den Blickpunkt. Das deutsche Finanzministerium will nach eigenen Angaben die Risiken virtueller Währungen «vertieft» im Blick behalten, auch in Hinblick auf etwaigen Handlungsbedarf. Dies soll zusammen mit Frankreich geschehen. Da es hier um ein globales Phänomen gehe, sei auch ein internationales Vorgehen auf Ebene der G20 sinnvoll.
«Bitcoin sind kein gesetzliches Zahlungsmittel, sie unterliegen keiner Einlagensicherung», sagte der Ministeriumssprecher. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin habe sie allerdings als Finanzinstrument eingestuft. Damit würden Tauschplattformen für virtuelle Währungen der Aufsicht und damit Sorgfaltspflichten unterliegen.
Auf der europäischen Ebene ist man laut dem Ministerium noch nicht ganz so weit. Daher sollten in einer Änderung der EU-Geldwäscherichtlinie alle europäischen Tauschplattformen für solche Währungen und deren Anbieter unter anderem zu einer Identifizierungspflicht beim Umtausch in reale Währungen angehalten werden. Das aber würde «Bitcoin auch die Anonymität nehmen», sagte der Ministeriumssprecher.

Steuern gefordert

Auch die indischen Finanzämter nehmen Kryptowährungen ins Visier. Sie forderten Zehntausende Anleger zur Zahlung von Kapitalertragssteuer auf ihre Geschäfte mit den Cyberdevisen wie Bitcoin, Ethereum und Ripple auf.
Eine Erhebung habe ergeben, dass in den vergangenen 17 Monaten Deals im Volumen von 3,5 Milliarden Dollar getätigt worden seien, teilten die Steuerbehörden mit. Vor allem junge, technikaffine Anleger sowie Immobilien- und Schmuckunternehmer seien bei Kryptowährungen eingestiegen.
Viele Investoren hätten ihre Geschäfte gegenüber den Finanzämtern verschweigen. Zum Teil hätten Steuerfahnder selbst mit Bitcoin & Co gehandelt, um die Geldströme nachzuverfolgen.
Monatlich steigen schätzungsweise 200'000 Inder neu in das Geschäfte mit dem Internet-Geld ein. Die indische Regierung hat wegen der starken Kursschwankungen wiederholt vor Cyberdevisen gewarnt und sie in den Zusammenhang mit betrügerischen Schneeballsystemen gestellt. China und Südkorea erwägen, den Handel komplett zu verbieten.


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