Berner Stadtpräsident entschuldigt sich für «base4kids»-Debakel

Tausende Betroffene

Das Debakel kenne viele Betroffene, sagte Marianne Schild namens der Grünliberalen - rund 10'000 Schulkinder sowie 1400 Lehrpersonen. Entsprechend schwer wiege der Vertrauensverlust, betonte auch Bettina Stüssi (SP). Das könne sich die Stadt eigentlich nicht leisten. Der Gemeinderat müsse sich schleunigst darum kümmern, Vertrauen zurückzugewinnen.  
Claudine Esseiva (FDP) sprach von Fehlern, die in der Privatwirtschaft ein Kündigungsgrund wären. Auch sie gehörte zu den Fraktionssprecherinnen, die den Gemeinderat aufforderten, endlich Verantwortung zu übernehmen anstatt die Probleme kleinzureden.  
Ähnlich sah es Thomas Glauser (SVP). Informatikprojekte seien anspruchsvoll, Führung unabdingbar. 

Pragmatismus gefragt 

Die Stadt müsse künftig das Machbare vor Augen haben und einen gewissen Pragmatismus walten lassen, forderte Francesca Chukwunyere von der GFL/EVP-Fraktion. Dabei sei auch das Parlament gefordert. Schliesslich habe der Stadtrat mit seinen Extrawünschen die Komplexität des Projekts noch erhöht. 
Das Parlament sei gut beraten, in solchen Fragen künftig auf ideologische Entscheidungen zu verzichten, betonte auch Milena Daphinoff (Mitte) in Anspielung auf die seinerzeitige Open-Source-Forderung. 
Verständnis für den Gemeinderat äusserte Sarah Rubin (Grünes Bündnis), eine Parteikollegin von Bildungsdirektorin Teuscher. Der Nachkredit sei nicht in den Sand gesetztes Geld. Vielmehr habe er dem Projekt die nötige Stabilität verliehen.

«Grosser Unmut»

Gemeinderätin Teuscher räumte ein, dass die mangelhafte Einführung von «base4kids2» zu grossem Unmut und Verunsicherung in den Schulen geführt habe. Sie bedaure den Vertrauensverlust insbesondere in ihre Bildungsdirektion. Um Vertrauen zurückzugewinnen, reiche die Neustrukturierung des Projekts nicht aus. 
Vielmehr brauche es künftig einen engen Einbezug der Anwenderinnen und Anwender sowie eine sach- und stufengerechte Kommunikation. Teuscher betonte, man werde die Lehren ziehen für die Weiterentwicklung des bildungs- und digitalpolitisch wichtigen Schulplattform.



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