Wie Transformer sich transformieren 07.11.2019, 05:45 Uhr

Schleifen, schmieren, schrauben

Wer seinen Kunden verspricht, ihre Geschäftsprozesse und Strukturen zu optimieren und zu automatisieren, muss auch im eigenen Unternehmen die Effizienz steigern. Doch, wo die «Transformer» ihre Schwerpunkte legen, ist unterschiedlich
Die digitale Transformation endet wohl nie. Entsprechend müssen ICT-Anbieter den eigenen Betrieb stets neu anpassen, pflegen und nachjustieren
(Quelle: Geralt/Pixabay )
Das Buzzword Digitalisierung wird nicht zuletzt als Marketingfloskel für alle möglichen Marketingkampagnen instrumentalisiert. Doch können am Ende Berater, Hersteller und Integratoren bei ihren potenziellen Kunden mit dem D-Wort nicht mehr einfach auftrumpfen. 
Vielmehr müssen sie IT- und Business-Entscheidern erklären, was sie als digitale Transformer auszeichnet. Gefragt sind bei den Anwenderunternehmen Antworten auf Fragen nach konkreter Technik und welche Prozesse und Anwendungen helfen, den andauernden Weg der Automatisierung und Effizienzsteigerung zu gestalten. Dafür lohnt es sich zu erfahren, auf welchem Stand der Digitalisierung sich diejenigen befinden, welche die nötigen Werkzeuge der digitalen Transformation verfügbar machen. 
Was Kunden wollen, zeigt eine Bestandsaufnahme der Massnahmen und Investitionsvorhaben, mit denen sich die Anwenderunternehmen der Digitalisierung stellen. Computerworld hat die Digital-Investionen in der Swiss-IT-Studie im Frühjahr diesen Jahres wieder bei mehr als 300 IT-Entscheidern abgefragt.
Den Kinderschuhen entwachsen und von einem grossen Teil der Schweizer Firmen schon umgesetzt sind demnach Lösungen für eine transparente und offene Firmenkultur, das kollaborative und mobile Arbeiten, die Automatisierung der Geschäftsprozesse und der Abbau von Silostrukturen. Interessant ist auch, dass dahinter bei mehr als 70 Prozent der hiesigen Firmen und Verwaltungen schon eine digitale Gesamtstrategie steht.
“Der Wandel ist nicht neu, neu sind jetzt die Optimierungstechnologien„
Philipp Rohe, Geschäftsführer Retailsolutions
Auf diese Entwicklung reagieren die heimischen ICT-Anbieter, indem sie laufend an ihrer eigenen digitalen Transformation arbeiten, wie die Top-500-Studie belegt. Bei der Frage nach den Transformationsschwerpunkten in den nächsten zwei Jahren zeigt sich, dass der grösste Inves­titionsblock abermals für die Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reserviert ist.
Nach zuletzt rund 63 Prozent der Befragten gaben diesmal sogar fast 70 Prozent an, hierfür Gelder reserviert zu haben. Umgekehrt heisst dies, dass auf externes Personal wie Free­lancer und Berater, wo immer möglich, verzichtet wird.
Nur noch genau 5,1 Prozent der Befragten (im Vorjahr 6,3 %) verorten hier Investitionsbedarf. An zweiter Stelle nannte fast die Hälfte (48,7 %) der befragten ICT-Anbieter Investitionen in die Digitalisierung der Workflows und Kunden­beziehungen als Priorität.
Zudem planen 40,5 Prozent von ihnen, Geld in die Optimierung ihrer Geschäftsprozesse zu stecken, und weitere gut 35 Prozent wollen Investitionen in neue Geschäftsfelder tätigen. Im Vergleich mit den im vergangenen Jahr erhobenen Zahlen sind hier kaum Veränderungen auszumachen.
Zugenommen um jeweils fast 5 Prozent haben hingegen Investitionsvorhaben in die Bereiche Vertrieb (30,2 %), Innovationsmanagement (36,2 %) und in den Support von Kunden (fast 15,8 %).


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