28.10.2009, 09:48 Uhr

Schweizer Firmen sparen himmlisch

Einheimische Unternehmen hielten sich bisher mit dem Auslagern von IT ins Internet zurück. Diese Haltung hat sich offenbar gewandelt - hauptsächlich wegen des Kostendrucks.
Jedes zweite Schweizer Unternehmen investiert derzeit in neue Technologien - mehr als in allen anderen Ländern. Eine dieser Technologien - das Cloud Computing - wurde von einheimischen CIO bislang kritisch beäugt, in erster Linie aufgrund von Sicherheitsbedenken. Mittlerweile hat sich die Meinung geändert, ergab eine Umfrage der Marktforschungsfirma Kelton Research im Auftrag des IT-Dienstleisters Avanade. Wie vor acht Monaten wurden 502 Führungskräfte und IT-Entscheider aus 16 Ländern befragt. 80 Prozent der Schweizer sehen Cloud Computing heute als Möglichkeit, Kosten zu sparen. Nur 43 Prozent der Kollegen aus den übrigen 15 Ländern entdeckten mittlerweile dieses Potential.
Kosten sind offenbar ein überzeugendes Argument: Vor acht Monaten betrug der Anteil der globalen Unternehmen, die keine Cloud-Computing-Projekte planen, 54 Prozent. Heute sind es noch 37 Prozent. In der Schweiz ist der Unterschied noch grösser: Die Verweigerungshaltung (86%) vor acht Monaten hat sich auf das weltweite Niveau (40%) eingependelt.
Sicherheitsbedenken werden nicht nur hierzulande als grösste Bremse für Cloud Computing angesehen. Wie in der Schweiz haben auch weltweit 40 Prozent Zweifel wegen des Datenschutzes. Für die Eidgenossen ist der Dienstleister Ursache allen Übels: 40 Prozent der Firmen geben mangelndes Vertrauen zum Provider als Grund an, warum sie bislang kein Cloud Computing einsetzten. Weltweit sind es nur 23 Prozent.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, welchen Cloud-Computing-Modellen die Zukunft gehört.
Der Blick auf die wirkliche Nutzung von Cloud-Anwendungen relativiert allerdings die anfängliche Euphorie: 40 Prozent der Schweizer setzen nur auf die IT im eigenen Haus, genau so viele nutzen die interne IT-Systeme in Kombination mit Cloud Computing. Lediglich 10 Prozent sind Cloud-Computing-Nutzer - immerhin mehr als bei Unternehmen global (4%).
Für Avanade-CTO Tyson Hartman liegt die Zukunft der Cloud-Lösungen im kombinierten Ansatz aus der Wolke und eigener IT. «Es wird immer Anwendungen und Geschäftsprozesse geben, die sich nicht für die Cloud eignen. Unternehmen müssen daher gut durchdacht entscheiden, was sie migrieren und was nicht.»
SaaS als Vorstufe zur Cloud
Während Cloud-Anwendungen im kommen sind, zählen SaaS-Lösungen (Software as a Service) bereits zum Alltag - zumindest in jedem zweiten Schweizer Unternehmen. In den USA nutzen sogar zwei von drei Firmen Online-Anwendungen. Die Erfahrungen sind hüben wie drüben positiv: 93 Prozent aller Unternehmen weltweit sagen, dass sie mit den SaaS-Anwendungen zufrieden sind, Schweizer Führungskräfte stimmen geschlossen (100%) zu.
Schweizer sind erfahrene SaaS-Nutzer. Nur jedes fünfte Unternehmen hat sich erst im Laufe des letzten Jahres für die Online-Anwendungen entschieden. Weltweit sind fast zwei Drittel der Firmen noch neu im Geschäft. Im kommenden Jahr vermehrt auf SaaS setzen wollen rund 60 Prozent aller Befragten und 70 Prozent der Schweizer.

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