Aus Kubernetes wird Container as a Service

Fazit & Ausblick

Eines steht fest: Container sind zwar alles andere als einfach zu betreiben, aber die Vorteile überwiegen und der Trend zur Containerisierung wird weiter anhalten. Doch was kommt als Nächstes? Gemäss Dell-Engineer Michard werden Container-Lösungen mittel- bis langfristig sicher eine bedeutendere Rolle als bisher einnehmen – einen genauen Anteil vorherzusagen, hält er jedoch für schwer möglich.
Für Adessos Franz werden sich Container als innovative Technik etablieren, die viele weitere Entwicklungen be­flügelt, «etwa Microservice-Architekturen, Automatisierung von Software-Delivery- und Betriebsprozessen oder ein Homogenisieren dieser Abläufe». Container sind ihm zufolge heute ein anerkanntes Werkzeug in der IT: «Unternehmen nutzen sie standardmässig, wenn es um den vereinheitlichten Transport, das Management oder den Betrieb von Software geht.» Dies zeige etwa das Angebot von Plattformen für das Orchestrieren und das Management von Containern.
Nach Einschätzung von Indevis-CEO Kurz ist auch für die klassische Virtual Machine noch lange kein Ende in Sicht. Im Gegenteil: Es würde noch immer eine Vielzahl physischer Server betrieben. «Gerade wenn es um sehr hohe Performance geht, ist die Hardware-Nähe immer noch entscheidend.» Der ­Kosten-Nutzen-Aufwand, um sämtliche Applikationen in Richtung Container zu entwickeln, stehe oft in keinem Verhältnis.
Organisation
Die Rolle der Cloud Native Computing Foundation (CNCF)
Die Cloud Native Computing Foundation (CNCF) entwickelt und pflegt wichtige Komponenten der globalen Technologie-Infrastruktur. Dazu gehört auch Kubernetes. Bereits vor dessen Veröffentlichung war Red Hat einer der ersten Partner von Google bei der Entwicklung von Kubernetes und ist mittlerweile der zweitgrösste Unterstützer des Kubernetes-Upstream-Projekts. Google spendete das Kubernetes-Projekt 2015 der neu gegründeten CNCF. An ihren weltweit grössten Open-Source-Entwicklerkonferenzen sowie als Teil der gemeinnützigen Linux Foundation vereint die CNCF die führenden Entwickler, Endanwender und Anbieter.
Zu den Gründungsmitgliedern der CNCF zählen neben Google auch CoreOS, Mesosphere, Red Hat/IBM, Twitter, Huawei, Intel, Cisco, Docker und VMware. Heute gehören etwa 550 Organisationen zur CNCF, darunter sämtliche grossen Cloud-Computing-Anbieter und Softwarehäuser sowie über 200 Start-ups. Neben drei kostenpflichtigen Mitgliedsstufen für Anbieter (Platinum, Gold und Silber) gibt es noch eine vierte Kategorie (Academic/Non-Profit). Die aktive Teilnahme an den CNCF-Initiativen unter der Obhut der CNCF setzt keine Mitgliedschaft voraus.
Zwar trägt Kubernetes zum Hauptwachstum der CNCF bei, die sich aber auch um die Verbreitung anderer Technologien kümmert. Dazu gehören Prometheus (Monitoring-Plattform), Fluentd (Logging-Dienst), CoreDNS (DNS-Server mit Service-Discovery-Fähigkeiten), containerd (Container-Runtime), Helm (Paketmanager für Kubernetes) sowie Harbor (Manager von Cloud-Artefakten). Wegen Covid-19 wurden 2020 alle Konferenzen abgesagt. Noch 2019 nahmen an den drei durchgeführten Konferenzen 23 200 Teilnehmer teil (2018: 14 800, 2017: 5600). Zudem bietet die CNCF kostenpflichtige Online-Schulungen und Zertifizierungen an. Als Anreize zur Mitgliedschaft werden das innovative Image der CNCF und dessen Auswirkungen auf die
eigene Bekanntheit über ein entsprechendes lokales Marketing ins Feld geführt.
Ein aktives Schweizer CNCF-Mitglied (Silver) sowie Red Hat Premier Partner ist die Puzzle ITC (www.puzzle.ch) mit Hauptsitz in Bern und weiteren Niederlassungen in Zürich, Basel und Tübingen (D). Die Firma offeriert ein sehr breites Angebot auf Basis verschiedener Open-Source-Technologien. Für ausgewählte Themen werden regelmässig strategische Schwerpunkte gesetzt, die alle Mitarbeitenden einbringen können. Dies sind zurzeit Mobilität und Verkehr (Kunden- und Fahrerinformation, Vertrieb und Disposition), Tech Consulting (Beratung und Schulung in den Open-Source-Technologien Prometheus, Cloud, OpenShift, Kafka, Jenkins, Key­cloak und Ansible), Lightning (Entwicklung und Förderung schneller Bitcoin-Bezahlsysteme auf Basis von Lightning) sowie eine Digitalisierungsplattform im Bankenumfeld. (Rüdiger Sellin)


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