TDWI-Schweiz-Konferenz 05.11.2019, 11:43 Uhr

Blaupause für die Firmen-Datenstrategie

Auch an der diesjährigen TDWI-Schweiz-Konferenz in Zürich wurden diverse Aspekte der Datenverarbeitung und -verwaltung erörtert. In ihrer Keynote zum Thema «Datenstrategie» zeigte Christine Legner von der Uni Lausanne auf, wie Firmen eine solche entwickeln können.
Christine Legner von der Universität Lausanne präsentierte an der TDWI-Schweiz-Konferenz in Zürich Wege zur Datenstratgie für Unternehmen
(Quelle: Jens Stark/NMGZ )
Unternehmen häufen derzeit in grossem Mass Daten an oder sammeln diese sogar aktiv. In beiden Fällen haben die meisten Firmen keinen konkreten Plan, wie sie all die Informationen zur Verbesserung der eigenen Geschäftstätigkeit oder gar zur Erschliessung neuer Geschäftsfelder nutzen können. Eine Datenstrategie ist daher gefragter denn je. Ja, für die Zukunft, mit neuen Analysemethoden basierend auf Machine Learning und künstlicher Intelligenz am Horizont, dürfte eine Datenstrategie sogar matchentscheiden für das Überleben der eigenen Firma sein.
Wie sich Unternehmen mit einer solchen Datenstrategie in die digital transformierte Zukunft retten können, hat Christine Legner, Professorin an der HEC-Fakultät (Faculté des hautes études commerciales) der Universität Lausanne und akademische Leiterin am Competence Center Corporate Data Quality (CC CDQ) an der TDWI-Konferenz Schweiz (Transforming Data with Intelligence) aufgezeigt. In ihrer Keynote am Montag in Zürich betonte sie einerseits die Dringlichkeit von Datenstrategien für Firmen, andererseits zeigte sie auch Wege auf, wie Unternehmen zu einer solchen gelangen können. Um die Dringlichkeit zu unterstreichen, zitierte Legner die Autoren Leandro DalleMule und Thomas Davenport, die in einem Bericht zum Thema in der Harvard Business Review postuliert haben, dass «Firmen, die noch keine Datenstrategie erstellt haben und noch keine starke Datemmanagement-Funktion besitzen, dies sehr schnell nachholen oder mit der Planung für die eigene Geschäftsauflösung (exit) beginnen» müssen.

Datenstrategie im Wandel

Wie Legner aus der Forschung berichtete, seien viele Firmen schon länger daran eine Datenstrategie zu entwerfen. Allerdings zeichne sich zurzeit diesbezüglich eine Veränderung ab. «Durch neue Trends wie Digitalisierung und digitale Transformation gibt es ganz neue Anforderungen», meint sie. Selbst wenn Firmen mit ihrer Datenstrategie schon vor gut zehn Jahren begonnen hätten, sei ihre derzeitige Datenstrategie «signifikant anders» als zuvor. Legner stützt sich dabei auf eine Untersuchung des CC CDQ, bei der im Rahmen eines Workshops 16 europäische Unternehmen zum Thema näher befragt wurden. Demnach sind mehr als 50 Prozent der Firmen zur Zeit dabei, ihre Datenstrategie zu überarbeiten.


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