ZHAW-Studie 26.08.2019, 15:20 Uhr

Eltern verunsichert im Umgang mit Dr. Google

Schweizer Mütter und Väter nutzen zwar intensiv digitale Ratgeber für Kindergesundheit, sie sind aber im Umgang mit diesen stark verunsichert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle ZHAW-Studie.
(Quelle: zhaw )
Bei einem Kratzen im Hals, einer geröteten Stelle am Oberarm oder einem Zwicken im Rücken ist er nur ein Handgriff entfernt: Doktor Google. Zahllose Webseiten, Foren, Apps und soziale Netzwerke bieten auch Rat für Eltern, die sich über die Gesundheit und Entwicklung ihres Kindes informieren wollen.
Die ZHAW hat nun rund 750 deutschsprachige Elternpaare von Kindern im Alter zwischen 0 und 24 Monaten online befragt sowie Fokusgruppen-Interviews mit einer Auswahl der befragten Eltern sowie Ärztinnen und Ärzten durchgeführt.
Die von der Käthe-Zingg-Schwichtenberg-Stiftung/SAMW finanzierte ZHAW-Studie zeigt: Über 90 Prozent der Eltern informieren sich über digitale Medien zur Gesundheit und Entwicklung ihres Kindes. Primäre Quellen sind dabei Suchmaschinen und spezifische Eltern-Webseiten (47 Prozent). Soziale Medien (6 Prozent) und Apps (8 Prozent) werden dagegen eher wenig genutzt. «In dieser Hinsicht unterscheiden sich die Ergebnisse von anderen Ländern, in denen Apps und Soziale Medien eine viel grössere Rolle spielen», sagt Studienleiterin Julia Dratva vom ZHAW-Departement Gesundheit.

Persönlicher Austausch ist wichtigste Quelle

Obwohl sie rege genutzt werden, haben digitale Medien die «klassischen» Informationskanäle bisher nicht verdrängt: So weisen Printmedien eine ähnlich hohe Nutzung auf – wobei Eltern vor allem auf Bücher zurückgreifen. Rund 31 Prozent der Nutzer von digitalen Medien konsultieren auch Bücher.
Quelle: ZHAW
Wie die Studie zeigt, sind soziale Kontakte jedoch nach wie vor die häufigste Informationsquelle. So tauschten sich alle Teilnehmenden der Befragung mit mindestens einer Person zu Themen der Kindergesundheit und -entwicklung aus. Dieser Austausch kann informell mit Familie, Freunden oder Bekannten sowie formell mit Kinderärztinnen und -ärzten stattfinden. Auch bei den «Digital Natives» stellt der persönliche Austausch die erste Wahl zur Informationsgewinnung dar. Rund 50 Prozent konsultieren Freunde und Bekannte und rund 60 Prozent fragen die Familie um Rat.

Autor(in) pd/ jst


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