23.06.2015, 18:41 Uhr

Schweizer E-Government besser als auch schon

Die EU-Kommission hat die E-Goverment-Aktivitäten von 33 Regierungen unter die Lupe genommen. Die Schweizer Verwaltung verbucht dabei im untersuchten Bereich «Unternehmensgründüngen» den grössten Fortschritt aller Länder, leigt aber in vielen Bereichen weiterhin bestenfalls im Mittelfeld.
Die EU-Kommission hat in ihrem aktuellen Statusbericht zumE-Government 28 EU-Mitgliedstaaten sowie die Schweiz, Island, Norwegen, Serbien und die Türkei untersucht. Dazu wurden vier Messwerte für eine gut aufgestellte digitalen Regierung definiert: «Nutzerorientierung», «Mobilität», «Effizienz und Effektivität» sowie «Voraussetzungen». Die Schweiz verzeichnet in allen vier Messbereichen eine positive Entwicklung und vermochte die Qualität des E-Government-Angebotes gegenüber 2012 zu steigern, wiedas Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) festhlt. Trotzdem kommt das E-Government hierzulande nicht über das europäische Mittelfeld hinaus. 

Unternehmen gründen leicht(er) gemacht

Verglichen mit den restlichen 32 untersuchten Ländern haben die Schweizer Behörden bei der Gründung eines Unternehmens den grössten Sprung hingelegt - eine Steigerung von 38 Prozent. In der Kategorie «Nutzerzentrierung» positioniert sich die Schweiz nun im Durchschnitt der europäischen Länder. Auch bei «Mobilität» hat die Schweiz aufgeholt und liegt gemäss der Studie im europäischen Mittelfeld. Grundbausteine des E-Governments - die elektronische Identität, die elektronische Signatur oder die Einmal-Anmeldung - sind in der Schweiz dafür erst im Aufbau. Auch wenn sich laut EU-Kommission seit 2012 eine Steigerung verzeichnen lässt, liegen die hiesigen Behörden daher in der Kategorie «Voraussetzungen» noch zurück. Bei «Transparenz» weist das Angebot der Schweizer Behörden ebenfalls grosses Entwicklungspotential auf, wie das ISB mitteilt. Bei der Abwicklung von elektronischen Behördenleistung sowie der Transparenz bezüglich der Nutzung persönlicher Daten besteht weiterhin viel Aufholbedarf, geht aus dem EU-Bericht hervor. Das ISB ist sich laut eigener Aussage diesen Schwächen bewusst und versucht, sie in der «E-Government-Strategie Schweiz» zu adressieren. Diese soll Ende 2015 von Bund, Kantonen und Gemeinden verabschiedet werden. Wichtige Bestandteile davon sollen die Bereitstellung von Schlüsselmodulen, wie der elektronischen Identität (eID), oder des einheitlichen Anmeldeverfahren sein.


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