07.12.2016, 15:17 Uhr

Schweizer CIOs bekommen 2017 mehr Geld

Die IT-Budgets von Grosskonzernen im deutschsprachigen Raum steigen im nächsten Jahr tendenziell an. Auch Schweizer CIOs bekommen 2017 mehr Geld, ergab eine Umfrage.
Die CIOs von Unternehmen in der Schweiz, Deutschland und Österreich bekommen im nächsten Jahr mehr Geld für die Informatik. Der Grossteil des Budgets ist allerdings für den Betrieb der Systeme bestimmt; innovative Projekte in den IT-Abteilungen finden in den Planungen wenig Berücksichtigung. Das sind Ergebnisse der Studie «IT-Trends» von Capgemini. Das Beratungsunternehmen hat allerdings nur 148 IT-Verantwortliche aus der Schweiz, Deutschland und Österreich befragt. Bei den Budgets geht es im kommenden Jahr bei 44 Prozent der Unternehmen aufwärts, bei 39 Prozent seitwärts und bei 16 Prozent abwärts. In diesem Jahr waren es 21 Prozent. In der Schweiz gibt es tendenziell weniger Erhöhungen bei den Budgets und mehr Kürzungen. Die Prognose ist laut Capgemini etwas weniger optimistisch als in der Gesamtsicht der drei Länder. Jedoch sind auch die Schweizer IT-Leiter deutlich positiver eingestellt als im laufenden Jahr. 
Deutliche Unterschiede hat das Beratungsunternehmen bei IT-Budgets der verschiedenen Wirtschaftssparten ausgemacht. Der Handel und die Logistikbranche werden 2017 deutlich mehr Geld für IT-Projekte ausgeben. Banken und Versicherungen investieren weiterhin viel. So auch die Industrie, die angesichts der Vorhaben für Industrie 4.0 die IT-Budgets bereits deutlich aufgestockt hatte. Diesen Kurs wird sie, allerdings etwas moderater, im kommenden Jahr fortsetzen. Die IT-Budgets steigen in der Hälfte der Fertigungsbetriebe weiter. Bei den Energieversorgern ist die Situation dagegen stabil: es wird nur wenig erhöht, aber auch kaum gekürzt.  Nächste Seite: Geld hauptsächlich für Betrieb Wer nun vermutet, die steigenden IT-Budgets haben hauptsächlich mit der Projekten zur digitalen Transformation zu tun, sieht sich getäuscht. Fast die Hälfte des IT-Budgets verwenden die CIOs für den Betrieb. «Der Rest des Budgets reicht nicht aus, um die Neugestaltung des Geschäftsmodells durch IT-Innovation zu unterstützen. Diese Ausgaben übernehmen zunehmend die Fachabteilungen», sagt Srinivas Rao, Vice President bei Capgemini Schweiz.
Wie der Anteil der Betriebsausgaben am Gesamtbudget steigt auch der Prozentsatz der finanziellen Mittel für Aktualisierungen, Erweiterungen und Updates. Die Ausgaben steigen das dritte Jahr in Folge auf jetzt 24 Prozent. Die Kosten werden erstens durch die Bemühung verursacht, die Release-Zyklen von Software zu verkürzen, erklärt Capgemini. Zweitens mache sich bemerkbar, dass mit der Digitalisierung die Anzahl der Anwendungen rasant steige. «Die wachsende Zahl von Anwendungen ist kein Einmaleffekt, die Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen», sagt Rao. CIOs müssten deshalb jetzt die Weichen für höhere Agilität bei gleichzeitiger Beherrschung der Kosten stellen. Anderenfalls können sie Innovationen kaum noch finanzieren.  Die Ausgaben für Innovation aus der IT heraus dümpeln weiterhin auf einem tiefen Niveau, gaben die 148 befragten CIOs zu Protokoll. Insgesamt werden 2017 nur noch 22 Prozent des IT-Budgets für die Evaluation und Umsetzung von Innovationsprojekten ausgeben. Im laufenden Jahr waren es immerhin noch 25 Prozent.


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