26.05.2014, 10:35 Uhr

St. Galler eHealth-Projekt ausgezeichnet

Die Gesundheitsdienste im Kanton St.Gallen leisten offenbar gute Arbeit bei der elektronischen Vernetzung. Das Pilotprojekt ist mit dem bestmöglichen Zertifikat ausgezeichnet worden.
Das eHealth-Projekt «Ponte Vecchio» des Kantons St. Gallen erreicht die höchstmögliche Zertifizierung
Bei der elektronischen Vernetzung des Gesundheitswesens kommt der Kanton St.Gallen voran. Der kantonale eHealth-Pilot «Ponte Vecchio» erreichte in einer Evaluation der Berner Fachhochschule BFH ein gutes bis ausgezeichnetes Ergebnis. Das teilen das KoordinationsorganeHealth Suisse und der Kanton St.Gallen mit. Der Name «Ponte Vecchio» ist eine Anlehnung an die Bogenbrücke im italienischen Florenz. In St.Gallen wird die Brücke zwischen den Ärzten und den Spitälern geschlagen, neu per Datenleitung statt per Briefpost. Unter der Leitung des St. Galler Gesundheitsdepartements werden innerhalb des Kantons zwei eHealth-Gemeinschaften (IHE-Domänen) aufgebaut, die medizinische Daten miteinander austauschen sollen. Dieses Vorhaben sei einmalig in der Schweiz, heisst es. Mit diesem Setup würden die Voraussetzungen geschaffen, um nach einem erfolgreichen Pilot das Projekt im gesamten Kanton zu etablieren und in angrenzende Versorgungsregionen weiter zu skalieren. Aktuell befinde sich das Projekt in der ersten Phase, in der Arztpraxen die von den Spitälern bereitgestellten Patientendaten lesen könnten. Dafür ist laut Gesundheitsdepartement die Zustimmung des Patienten erforderlich: Er muss erstens die «Allgemeinen Versicherungsbedingungen» (AVB) für eine besondere Versicherungsform unterzeichnen und zweitens einen Hausarzt als «koordinierenden Arzt» bezeichnen. Stand heute seien 48 Hausärzte zugriffsberechtigt auf Dokumente aus neun Spitälern. Von Seiten der Informatik sind die Shared Service Center IT der Spitalverbunde des Kantons St.Gallen sowie die Anbieter Bint, Bluecare und HIN an dem Projekt beteiligt. Die Kosten für den Aufbau tragen die öffentliche Hand (Kanton St.Gallen, Spitalverbunde) sowie die beteiligten IT-Unternehmungen. Der Betrieb soll künftig für Bint (mit der Standard-Software InterSystems HealthShare), BlueCare (mit der Arztpraxis-Lösung BlueEvidence) und HIN (mit dem Spitalportal ShareCare HPI) selbsttragend sein, so der Kanton.


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