«Das Bankwesen ist ein digitales Geschäft»

Cloud-Outsourcing, Mitarbeiter-Insourcing

CW: Würden Sie bitte ein Bild von der IT der UBS skizzieren? Wie ist die Abteilung organisiert und wie viele Mitarbeiter zählt der Bereich?
Dargan: Die Technologie hat bei UBS einen grossen Stellenwert, wenn es darum geht zu definieren, wie wir arbeiten und wie wir Services erbringen. Es handelt sich um eine sehr globale Organisation mit etwa 20'000 Mitarbeitern in insgesamt 30 Ländern.
Wir wollen die Bank in einer immer digitaleren Welt wettbewerbsfähig halten. Unsere Technologiestrategie fokussiert auf vier Bereiche: erstens den Wechsel vom Mainframe auf die private und die öffentliche Cloud, zweitens Agile – wir wollen so schnell wie möglich von den Anforderungen zur Produktion kommen und dabei die Qualität steigern, zum Beispiel mit unseren «Digital Factories», drittens die Plattformen und viertens Innovation und wie wir Trends sehen. Aber ein wirklich wichtiger Teil ist eine gute Unternehmenskultur. Darauf lege ich grossen Wert. Unter anderem deshalb haben wir in den vergangenen drei Jahren einen Fokus auf Insourcing gelegt. So haben wir seit 2016 fast 7000 neue Mitarbeiter fest angestellt.
Weiter wird in der IT grossen Wert auf Training und Weiterbildung gelegt. Allein 2019 haben die Kollegen in Group Technology weltweit etwa 50'000 Schulungsstunden absolviert. Parallel dazu sind wir an der weiteren Stärkung einer Ingenieurskultur: Wir haben eine Gemeinschaft von Distinguished Engineers aufgebaut und mehr als 100 Ingenieure auf der ganzen Welt absolvieren derzeit unser Certified Engineers Program.
CW: Sie erwähnen das Insourcing. Wie haben Sie die Leute ausgewählt?
Dargan: Das Insourcing ist ein Teil unserer IT-Strategie. Wir wollen einen hohen Teil an Festangestellten und weniger Outsourcing-Aktivitäten. Die Gründe sind, dass wir eine nachhaltige Arbeitsweise, die richtige Unternehmenskultur und einen End-to-End-Prozess innerhalb von UBS anstreben. Das sind nicht Eins-zu-eins-Einstellungen von Mitarbeitern der bisherigen Partner.
Wir haben an allen Standorten Interviews geführt und Leute eingestellt – in der Schweiz, Grossbritannien, Indien, Polen und den USA etc. Ausserdem arbeiten wir an den Hauptstandorten mit den lokalen Universitäten und Hochschulen zusammen. Dort gewinnen wir wichtige Talente für unsere Zukunftsprojekte.
CW: War es eine Herausforderung, neue Mitarbeiter einzustellen? Welche Kompetenzen oder Positionen waren allenfalls besonders schwierig?
Dargan: Technologie und Banking sind absolut spannende Tätigkeitsfelder. Es gibt hier manchmal die missverständliche Sicht, dass es zwei grundverschiedene Bereiche sind. Aber das Bankwesen ist in vielerlei Hinsicht ein digitales Geschäft. Wenn man es von diesem Standpunkt aus betrachtet, bieten wir sehr attraktive Perspektiven für Software-Entwickler und Techniker.
Die Kombination aus Kundennähe, Fokus und Kultur zieht Talente an. Wir sehen auch immer wieder, dass ehemalige Mitarbeiter zu uns zurückkehren.


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