Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

KI sagt Medikamenten-Wechselwirkungen vorher

Das von Wissenschaftlern entwickelte KI-System «Decagon» interpretiert Medikamenten-Cocktails auf die Wechselwirkungen und könnte so die medizinische Versorgung künftig sicherer machen.
Pillencocktail: KI ahnt unerwartete Nebenwirkungen
© (Quelle: Stevepb/Pixabay)

Forscher der Stanford University haben mit «Decagon» ein KI-System zur Vorhersage von Nebenwirkungen bei der gleichzeitigen Einnahme zweier Medikamente entwickelt. Denn für die meisten Kombinationen sind die potenziell gefährlichen Wechselwirkungen bislang schlichtweg unbekannt. Das System könnte also helfen, die Behandlung schwerer Krankheiten letztlich sicherer zu machen.

Riskante Cocktails

Immer mehr Menschen nehmen immer mehr Medikamente ein. Gerade ältere Patienten bekommen oft jeden Tag einen ganzen Pillen-Cocktail. Bei tausenden zugelassenen Medikamenten ist es aber praktisch unmöglich, die Wechselwirkungen jeder möglichen Kombination auszutesten. Besonders neue Kombinationen sind also riskant. «Wir wissen wirklich nicht, was passieren wird», meint Marinka Zitnik, Informatik-Postdoc in Stanford. Eben das wollen sie und ihre Kollegen mithilfe von Decagon ändern.

Das Team hat modelliert, wie die mehr als 19'000 Proteine im Körper interagieren und wie sich Medikamente darauf auswirken. Anhand von vier Millionen bekannten Zusammenhängen von Arznei und Nebenwirkung haben sie eine Methode entwickelt, um Muster zu erkennen, wie Nebenwirkungen durch das Wirken von Medikamenten auf Proteine entstehen. Dazu hat das Team auf Tiefenlernen gesetzt. Das System ist darauf ausgelegt, zunächst für Kombinationen von zwei Medikamenten aus der gleichzeitigen Einnahme resultierende Nebenwirkungen vorherzusagen.

Unerwartetes vorhersehen

Für eine Reihe von Nebenwirkungen, die Decagon vorhergesagt hat, die aber im ursprünglichen Datensatz nicht aufschienen, hat das Team überprüft, ob sie mittlerweile in der medizinischen Literatur berücksichtigt werden. Dabei haben die Forscher festgestellt, dass das KI-System zurecht vor eigentlich unerwarteten, gefährlichen Muskelentzündungen bei gleichzeitiger Einnahme des Blutdrucksenkers Amlodipin und des Cholesterinsenkers Atorvastatin gewarnt hat. Auch bei fünf von zehn weiteren Decagon-Vorhersagen hat sich gezeigt, dass die Nebenwirkungen mittlerweile praktisch nachgewiesen wurden.

Das legt nahe, dass der KI-Ansatz tatsächlich geeignet ist, mögliche Medikamenten-Wechselwirkungen relativ zuverlässig vorherzusagen. Die Forscher hoffen daher, das System auch auf Kombinationen von drei oder mehr Medikamenten auszuweiten. Zudem wollen sie ein nutzerfreundliches Tool entwickeln, das Ärzte heranziehen können. Das zufällige Entdecken von möglicherweise schweren Nebenwirkungen an Patienten könnte dann ein Ende haben.«Unser Zugang hat das Potenzial, eine effektivere und sicherere Gesundheitsversorgung zu ermöglichen», meint Stanford-Informatikprofessor Jure Leskovec. (www.pressetext.com)

7 / 8
Forschung Künstliche Intelligenz (KI) Machine Learning Wissenschaft
Anzeige

Neueste Beiträge

«Entscheidend ist, was im Alltag funktioniert und einen konkreten Nutzen bringt» - Interview mit Peter Zanoni, HP Schweiz
Die passende Technologie kann mehr bewirken als nur Prozesse zu beschleunigen: Sie kann Mitarbeitende entlasten, die Zusammenarbeit vereinfachen und dazu beitragen, dass Arbeit produktiver und zugleich angenehmer wird. Peter Zanoni, Managing Director von HP Schweiz, sieht deshalb im modernen Arbeitsplatz weit mehr als eine Frage neuer Geräte. Im Gespräch mit Computerworld erklärt er, wie KI, Sicherheit und einfache Bedienung zusammenspielen müssen – und warum Unternehmen davon profitieren können, wenn ihre Mitarbeitenden mit den richtigen Werkzeugen arbeiten. 
7 Minuten
Leitfaden zur digitalen Überwachung in Pflegeeinrichtungen - EDÖB und privatim
Der Einsatz von Kameras, Infrarotsensoren oder Radaren zur Überwachung von betreuten Personen in Spitälern oder ähnlichen Einrichtungen gewinnt an Bedeutung. Der EDÖB und privatim veröffentlichen einen Leitfaden, um die datenschutzrechtlichen Herausforderungen aufzuzeigen und Einrichtungen zu sensibilisieren, die solche Überwachungslösungen einsetzen möchten.
3 Minuten
17. Sep 2026
SBB: So finden Sie das geheime Spiel in der SBB-App - Easter Egg
Nebst Ticketkauf und der Suche nach Zugverbindungen kann man in der SBB-App auch spielen – wenn man weiss wo! Wir verraten, wie es geht.
2 Minuten
17. Sep 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Die Diskette wird 50 Jahre alt - Geschichte
Die Diskette feiert dieser Tage den 50. Geburtstag und dokumentiert eindrücklich die Miniaturisierung. Denn auf einem heutigen MicroSD-Kärtchen hat die Datenmenge von 4,5 Millionen der ersten 8-Zoll-Floppys Platz.
3 Minuten
27. Sep 2021
Brack.Alltron CONNECT 2026: Die wichtigste ICT-Leitmesse der Schweiz
Auf der CONNECT 2026 von Brack.Alltron am 26. und 27. August 2026 in Zürich-Oerlikon treffen sich ICT-Professionals zur wichtigsten Fachmesse der Branche. In der Halle 550 präsentiert der Veranstalter Brack.Alltron unter dem Motto «Unboxing Tomorrow» an zwei Tagen die neuesten Trends und Lösungen. 
5 Minuten
27. Aug 2026
Navimow/Segway H5 Pro: Rasenpflege deluxe - IFA 2026
Segway Navimow könnte mit dem auf der IFA (4. bis 8. 9. 2026 in Berlin)  präsentierten H5 Pro der ganz grosse Wurf gelungen sein. Der Mähroboter verspricht eine nahtlose Kombination aus präziser Sensorik, hoher Geländegängigkeit und konsquentem Kantenmähen.
4 Minuten
3. Sep 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige