Software erobert Wide-Area-Netzwerke

SD-WAN

An dieser Stelle kommt der Begriff SD-WAN ins Spiel. Bei den Angeboten der verschiedenen Provider und Hersteller ist es nicht immer leicht, genau zu spezifizieren, was noch als Hybrid-WAN gilt und was schon ein SD-WAN ist.
Latenz überwachen und im Zweifelsfall beeinflussen: Dieses Beispiel einer Webkonsole der Lösung des Anbieters Colt zeigt, wie der Administrator entsprechende Richtlinien festlegen und konfigurieren kann.
Bei einem SD-WAN kommen die Techniken des Software-defined Networkings hinzu: Sowohl das Monitoring als auch die Verwaltung des Netzwerkverkehrs verschieben sich hier von den physischen Geräten hin zur Anwendung und damit häufig auch direkt in die Cloud.
Software wird so auf ein bestehendes Netzwerk aufgesetzt, dass mehr Automatisierung, eine zentrale Kontrolle über das gesamte Netzwerk und ein performantes Management möglich werden. Da ein Administrator auf diese Weise beispielsweise auch Edge-Appliances wie Router in den Niederlassungen zen­tral programmieren und konfigurieren kann, entfällt im besten Fall der Weg zu den Zweig- und Aussenstellen.

Gemanagt mit Selfservice

Auch die Möglichkeit, Port-Bandbreiten im Self-Management über ein Portal mit automatischer Provisionierung anpassen zu können, zählt zu den besonderen Funktionalitäten, die sich durch moderne SD-WAN-basierte Lösungen gut realisieren lassen.
So bietet zum Beispiel der europäische IT- und Telekommunikationsdienstleister Colt, ebenso wie der US-amerikanische Anbieter Masergy, seinen Kunden an, die Bandbreite von WAN-Anbindungen nahezu in Echtzeit hoch- beziehungsweise herunterzuskalieren. Das ist selbstverständlich nur im Rahmen der physikalischen Grenzen der beteiligten Schnittstellen möglich. Der Vorteil dabei ist, dass der Kunde nur das zahlt, was er auch benötigt.
Colt hat derartige Angebote unter dem Namen Colt On Demand in Europa bereits seit vergangenem Jahr in seinem Portfolio und baut diese jetzt auch in den USA auf. Laut Süleyman Karaman, Colt-Geschäftsführer in Deutschland, ermöglicht es Colt On Demand, durch Software-defined Networking (SDN) Bandbreite stundengenau zu mieten und zu nutzen.
“SDN und On-demand-Services werden die Art verändern, wie Unternehmen für Netze zahlen. In Zukunft zahlen Unternehmen nur für die Netzwerkdienste, die sie tatsächlich beanspruchen.„
Süleyman Karaman, Geschäftsführer von Colt in Deutschland
Unternehmen können sich zum Beispiel über eine dedizierte SDN-Leitung mit Cloud-Anbietern wie Amazon Web Services oder Microsoft Azure verbinden. Über diesen sogenannten Dedicated Cloud Access (DCA) profitieren Firmen schon länger von einem schnelleren, privaten Zugriff auf die Cloud als ihn ein Zugang über das öffentliche Internet je bieten könnte.
Mit On-demand-Services können diese Unternehmen innerhalb weniger Minuten mit ein paar Klicks Bandbreiten anfordern, bereitstellen und nutzen. Dabei lässt sich auch die Netzwerkleistung erhöhen oder verringern – und zwar immer so, wie man es braucht.
«Das ist wichtig, denn in vielen Branchen und Unternehmen gibt es Lastspitzen; zum Beispiel, wenn eine grosse Bank ihren Jahresabschluss erstellt, wenn für ein Filmfestival digitale Filme angeliefert werden oder wenn die Zugriffe auf Online-Shops vor Weihnachten rasant ansteigen. Dann können Unternehmen mit intelligenten Netzwerken ihre Bandbreiten flexibel an diese temporären Lastspitzen anpassen», erklärt Colt-Manager Karaman. Weiter führt er aus, dass Software-defined Networking und On-demand-Services auch die Art verändern, wie Unternehmen für Netze zahlen. Sie müssen für eine 100-GBit/s-Leitung, die sie nur wenige Tage im Jahr benötigen, nicht mehr dauerhaft konstant hohe Beträge zahlen: «In Zukunft zahlen Unternehmen nur für die Netzwerkdienste, die sie tatsächlich beanspruchen.»


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