07.07.2005, 10:24 Uhr

Speichergitter für flexiblen Informa­tionszugriff

Storage Grids beeinflussen das Verhältnis von Mensch und Technik. Bisher wurden die Arbeitsprozesse und damit der Mensch davon be­stimmt, was IT-technisch machbar ist. Mit Storage Grids kehrt sich dies um: Die Daten folgen dem Nutzer - wohin auch immer. Automatisierte Ressourcenverteilung und Storage-Virtualisierung sind die wichtigen Vorteile eines Storage-Grids.
Einzelne Storage-Bausteine bilden ein Grid, in dem sich hunderte von Nodes zusammenhalten lassen. (Illustration: cw/thü)
Heutige Business-Strukturen müssen sich stärker denn je am Service-Gedanken und am internationalen Wettbewerb orientieren. Damit ist auch die IT im Unternehmen zur Neuorientierung aufgerufen. Neue Impulse verspricht der Wandel von monolithischen Architekturen hin zu flexiblen Netzen in Form von Grid-Technologien. Verkürzt ausgedrückt steht dahinter die Vision, Ressourcen unabhängig von Plattform und Ort nach Bedarf zu allozieren - ähnlich dem Stromnetz, das ebenfalls weltumspannend verfügbar ist. Für rechenintensive, wissenschaftliche Vorhaben kommt Grid Computing zum Einsatz: Seine enorme Rechen-Power resultiert aus einer virtualisierten und flexiblen Ressourcen-Allozierung, in der typischerweise Linux-Farmen mit bis zu mehreren tausend Rechnern arbeiten. Grid Architekturen finden aber auch immer mehr Verwendung in der Enterprise-IT wie Oracle Database 10g, SAP Netweaver Adaptive Computing Infrastructure oder Fujitsu Siemens Computers Triole-Strategie mit Flexframe zeigen.

Integrierbarkeit

Ein Storage Grid lebt von der Möglichkeit des Storage-Zugriffs unabhängig von Storage-Modell und Netzwerkinfrastruktur - SAN oder IP. Die Idealvorstellung ist ein System, das Datenbereiche ohne Partitionierung gleichzeitig für blockorientierte SANs und für File-basierte I/O über TCP/IP Netze bereit stellt. Hinzu kommt die Verfügbarkeit von Protokollen wie NFS (Network File System), CIFS (Common Internet File System), Fibre-Channel, I-SCSI (Small Computer Systems Interface over IP) und HTTP und eine möglichst breite Connectivity mit Gigabit-Ethernet, Fibre-Channel und SCSI. Storage Grids müssen auf den in Unternehmen vorhandenen Strukturen aufsetzen: Speichersysteme verschiedener Hersteller und diverse Storage-Klassen wie Primärspeicher oder Nearline Storage müssen daher ebenso integrierbar sein wie heterogene Strukturen. Ein weiterer Baustein ist das Daten-Management, das nicht nur eine einheitliche Sicht auf die Storage Grid-Struktur bieten sollte, sondern auch das Grid wie ein einziges Storage-System für den Endanwender darstellt. Aufgrund der übergreifenden, universellen Struktur des Storage Grids muss dies lokal ebenso möglich sein wie remote.


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