29.08.2012, 09:01 Uhr

Ameisen verhalten sich wie Internetprotokoll

Forscher der Stanford-Universität haben herausgefunden, dass das Verhalten von Ameisen dem des Internetprotokolls ähnelt.
Das Verhalten der Ameisen ähnelt dem des Internetprotokolls (Bild: Stanford Engineering News)
Die Biologin Debroah Gordon und der Computerforscher Balaki Prabhakar der Stanford-Universität haben das Ergebnis einer gemeinsamen Studie vorgelegt, laut der sich einige Ameisenarten ähnlich verhalten, wie das Protokoll, das die im Internet ausgetauschten Daten kontrolliert. Aus diesem Grund bezeichnen die beiden Forscher das Verhalten dieser Ameisen als «Anternet».
Konkret handelt es sich um die Ernteameisen der Art Pogonomyrmex barbatus, die laut den Forschern bei der Ermittlung, wie viel Nahrung verfügbar ist, einen Algorithmus einsetzen, der dem TCP (Transmission Control Protocol) ähnelt. Diese Ernteameisen setzen sogar einen speziellen Algorithmus des TCP ein, der als «slow start» bezeichnet wird und bei der über die Versendung grosser Pakete die zur Verfügung stehende Bandbreite ermittelt wird. Im Falle der Ameisen wird zunächst eine grosse Anzahl von Ameisen zum Futter gesendet und erst dann langsam die Anzahl der ausgesendeten Ameisen optimiert.
Beim TCP gibt es auch ein Time-Out-Protokoll, das dann verwendet wird, wenn die Verbindung, über die die Daten versendet werden, abgebrochen oder gestört wird. Auch hier legen die Ameisen ein ähnliches Verhalten zutage. Kommen die ausgesendeten Ernteameisen nach zwanzig Minuten nicht zurück, dann wird die Aussendung neuer Ernteameisen gestoppt.
«Die Ameisen haben einen Algorithmus entdeckt, den wir sehr gut kennen, und sie setzen ihn bereits seit Millionen von Jahren ein», so der Computerforscher Prabhakar in der Mitteilung der Stanford-Universität. Der Forscher ist auch der Meinung, dass, wenn dieses Verhalten der Ameisen bereits in den 1970er-Jahren und damit vor der Entwicklung von TCP entdeckt worden wäre, es die Entwicklung des Internets beeinflusst hätte.


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