13.11.2012, 10:57 Uhr

«Sinofsky war kein Team-Player»

Microsoft-Kenner sind sich einig: Der Rauswurf von Windows-Boss Steven Sinofsky sei nachvollziehbar - und verrate Einiges über die Performance von Windows 8.
Der abrupte Abbgang des langjhrigen Windows-Chefs und Microsoft-Veteranen Steven Sinofsky kommt für viele Firmenkenner nicht überraschend. So sei Sinofsky nicht gerade durch seine Teamfähigkeit aufgefallen, meinen einige. Diesen Grund nennt sogar Steve Ballmer in der Mitteilung zur Entlassung des Windows-Chefs - wenn auch mehr als verklausuliert. Der Microsoft-CEO dankte für die geleistete Arbeit von Sinofsky, fügte aber hinzu, dass die Firma künftig einen gemeinsamen Effort «über alle Microsoft-Teams hinweg» leisten sowie «integriertere und schnellere Enwicklungszyklen bei allen Angeboten» anstreben muss. Tatsächlich soll es zunehmend Reibereien zwischen Sinofsky und verschiedenen Exponenten des Microsoft-Führungsteams gegeben haben, die diesen nicht als Team-Player wahrnahmen.

Hinweise auf das schlechte Windows-8-Geschäft

Neben der schwierigen Persönlichkeit von Sinofsky könnte der Abgang aber mit enttäuschenden Verkaufszahlen von Windows 8 im Zusammenhang stehen. «Eine Organisation wird solche Schwierigkeiten im Management nur so lange hinnehmen, wie der grosse Geschäftserfolg dies gerechtfertigt», meint etwa Gartner-Analyst Michael Silver. Er fügt an, Microsoft habe bislang offiziell keine Verkaufszahlen zu Windows 8 und dem hauseigenen Tablet Surface herausgegeben. Dieses Schweigen «könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Verkäufe nicht den Erwartungen entsprechen», urteilt Silver. Und sein Kollege Al Gillen von der Marktforschungsfirma IDC glaubt, dass Ballmer nicht mehr so überzeugt ist von der radikalen Änderung an der grafischen Benutzeroberfläche, die Windows 8 mit sich gebracht hat. Es könnte gut sein, dass eine «kritische Masse von Unternehmen» von einer Einführung von Winows 8 absehen. «Die neue Benutzerschnittstelle ist dermassen ein Paradigmenwechsel, dass viele Firmen schon deshalb einen Umstieg auf Windows 8 ablehnen», sagt er. Sinovsky soll die Metro-Oberfläche auch gegen Microsoft-interne Widerstände durchgeboxt haben. Gillen könnte sich durchaus vorstellen, dass Microsoft sehr bald ein weiteres Windows-Update bringt, dass die GUIs von Windows 7 und Windows 8 besser verbindet.


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