LibreOffice & OpenOffice.org 16.12.2011, 14:57 Uhr

bessere Unterstützung von OOXML

Eine neue Spezifikation soll dafür sorgen, dass sich die verschiedenen Dateiformate von Microsoft Office, OpenOffice.org und LibreOffice besser miteinander verstehen. An der Iniative sind mehrere Schweizer Behördenvertreter beteiligt.
Auch LibreOffice soll OOXML-Dokumente künftig besser anzeigen und weiterverarbeiten können
LibreOffice, OpenOffice.org und Microsoft Office sind zwar allesamt Büropakete, Dokumente speichern sie aber in unterschiedlichen Formaten ab: Während die Software der Redmonder auf «Office Open XML» (OOXML) setzt, vertrauen die Open-Source-Bürosuiten auf «Open Document Format» (ODF). Das Problem dabei: Die beiden Formate sind untereinander nicht vollumfänglich kompatibel (vgl. «Microsoft Office soll kompatibler werden»).

IT-Verantwortliche des Kantons Waadt, des Schweizerischen Bundesgerichts, der Schweizer Informatikstrategie Bund sowie der drei deutschen Städte München, Freiburg im Breisgau und Jena haben nun gemeinsam eine Spezifikation erarbeitet. Deren Ziel ist eine optimalere Unterstützung von OOXML in LibreOffice und OpenOffice.org. Konkret will man dafür sorgen, dass sich OOXML-Dokumente besser in den Open-Source-Büroseiten anzeigen und weiterverarbeiten lassen.

Die geplanten Verbesserungen betreffen gemäss einer Mittelieung der Swiss Open Systems User Group vorwiegend Korrekturen und Erweiterungen des OOXML-Filters der aktuellen Version von LibreOffice und OpenOffice. Die Optimierungen müssen allerdings noch entwickelt werden, sollen dann aber wiederum als Open Source Software in alle quelloffenen Office-Produkte zurückfliessen können. Auf der nächsten Seite lesen Sie, welche fünf Arbeitspakete definiert wurden


Zur verbesserten OOXML-Unterstützung wurden fünf Arbeitspakete definiert:
  • Formatierung von Rahmen und Bildern in .docx
  • Formatierung von Tabellen in .docx
  • Formatierung von Aufzählungen in .docx
  • Formatierung von Kommentaren in .docx und .xlsx
  • Einbettung von Schriften in OOXML und ODF
Anhand von Testdokumenten soll die Erfüllung der Vorgaben geprüft werden. Aufgerufen sind nun einerseits Open-Source-Dienstleister die bereit sind, die vorgegebenen Anforderungen im Rahmen eines regulären Software-Entwicklungsprojekts umzusetzen. Basierend auf der öffentlich zugänglichen Ausschreibung können Angebote bis zum 31. Januar 2012 bei der Arbeitsgruppe «Office Interoperability» der Open Source Business Alliance eingereicht werden. Aufgrund der eingegangen Angebote werde danach die Finanzierung festgelegt, heisst es.

Die Mitglieder der OSB Alliance Working Group haben sich laut der Swiss Open Systems User Group verpflichtet, einen Beitrag an die Entwicklungskosten zu leisten. Um alle Umsetzungsarbeiten vollständig zu decken, werden allerdings weitere Geldgeber gesucht.

Die komplette Spezifikation finden sich auf Osb-alliance.com. Sie trägt den Titel «Layout-getreue Darstellung von OOXML-Dokumenten in Open Source Office Applikationen» und basiert auf den Ergebnissen eines Workshops, der im Oktober 2011 in Zürich stattgefunden hat.
Harald Schodl


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