Data Mining 16.12.2020, 06:41 Uhr

Wenn Algorithmen entscheiden

Seit mindestens einem Jahrzehnt verzeichnet die ICT-Branche signifikant wachsende Datenmengen. Seit 2016, dem «Big Bang» in Sachen Big Data, ist es ruhiger um dieses Thema geworden. Im Hintergrund werden jedoch weiterhin Daten gespeichert und ausgewertet.
Aus Daten wird Business: Data Mining eröffnet neue Möglichkeiten, mit Daten betriebliche Abläufe zu optimieren und neue Erlösquellen zu erschliessen
(Quelle: Shutterstock/Connect world, GarryKillian )
Das Cloud Computing beschreibt die Bereitstellung von IT-Infrastrukturen wie beispielsweise Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungs-Software als Dienstleistung über das Internet. Anwendungen werden also zunehmend über ein Rechnernetz «aus der Wolke» zur Verfügung gestellt, ohne dass diese auf dem lokalen Rechner installiert sind. Die Nutzung dieser Cloud-Services erfolgt dabei ausschliesslich über technische Schnittstellen und Protokolle, etwa über gewöhnliche Web-Browser.
Dazu ist ein leistungsfähiger Internet-Anschluss mit hohen symmetrischen Bandbreiten eine wichtige Voraussetzung zur einwandfreien Funktion. Eine tiefe Latenz von wenigen Millisekunden und eine hohe Verfügbarkeit der entsprechenden Server garantieren flüssige Abläufe mit hoher Benutzerakzeptanz. Neben einer unüberschaubaren Wahl von Cloud-Services hat der Anwender die Wahl zwischen Private, Public und Hybrid Cloud, wobei die Letztere in der Schweiz am beliebtesten ist.

Big Data Analytics

Die verschiedenen Clouds wurden dazu geschaffen, Lösungen bereitzustellen und auch um grosse Datenmengen zu speichern – Stichwort Big Data. Dieser Begriff wurde zunächst als Phänomen wahrgenommen und in der jüngeren Vergangenheit entstand ein ähnlicher Hype darüber wie bei der Cloud. Big Data umfasst neben der immer rasanter wachsenden Datenmenge auch neue sowie leistungsstarke IT-Lösungen und -Systeme, mit denen Unternehmen die Informationsflut vorteilhaft verarbeiten können.
Big Data geht mit einer schnell fortschreitenden Digitalisierung einher und umfasst die Sammlung, Nutzung, Verwertung, Vermarktung und vor allem die nachgehende Verarbeitung und Analyse digitaler Daten. Weil Letzteres zum Teil negative Assoziationen hervorruft und zudem einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel einleitet, kam Big Data anfangs in Verruf. Hinzu kamen Big-Data-Projekte von Unternehmen, die in teuren Fehlschlägen endeten.
Unterdessen kann man jedoch ein durchaus positives Fazit ziehen, da man mit der systematischen Datenanalyse (engl. Big Data Analytics) klare Wettbewerbsvorteile generieren kann. Durch die grossen Datenmengen erhalten die Unternehmen ganz neue Einblicke in die Interessen, das Kaufverhalten und auch das Risikopotenzial von Kunden sowie von potenziellen weiteren Interessenten. Unter Zuhilfenahme genauer Datenanalysen werden gros­se Datenmengen gefiltert, untersucht, beurteilt und entsprechend interpretiert.
Dabei verbergen sich hinter dem Begriff Big Data Analytics Methoden und Verfahren, um in Datenbergen versteckte Muster, bisher unbekannte Korrelationen und andere nützliche Markt- und Nutzungsinformationen zu entdecken. Praktisch alle Schweizer Grossfirmen nutzen solche Analysemethoden etwa für ein zielgerichteteres und daher effektiveres Marketing. Dazu gehört auch das Benutzerverhalten beim Surfen auf der unternehmenseigenen Homepage. Was interessiert den Surfer, wo verharrt er wie lange, in welche Richtungen bewegt er den Mauscursor und welche Themen sprechen ihn am meisten an?
Besonders interessant wird es natürlich bei Downloads von eingehenderen Informationen wie White Paper oder bei Anmeldungen zu Newslettern. Durch genauere Markt- und Kundenkenntnisse können Unternehmen damit ihren Zielgruppen bessere Angebote unterbreiten oder sogar massgeschneiderte Dienstleitungen auf den Markt bringen, was die Marktakzeptanz und das Unternehmensimage nachhaltig verbessern kann.


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