«Überwachungsriesen»
21.11.2019, 06:51 Uhr

Amnesty International kritisiert Facebook und Google

Die Überwachung durch Facebook und Google gefährdet gemäss Amnesty International die Menschenrechte
(Quelle: Sebastien Thibault/agoodson.com/AI )
In den Augen von Amnesty International (AI) stellt die allgegenwärtige Überwachung von Milliarden Menschen durch Facebook und Google eine Bedrohung für die Menschenrechte dar. Die Menschenrechtsorganisation fordert einen radikalen Umbau der Geschäftsmodelle der Tech-Giganten.
In einem Amnesty-Bericht mit dem Titel «Surveillance Giants» heisst es, dass das auf Überwachung basierende Geschäftsmodell von Facebook und Google unvereinbar sei mit dem Recht auf Privatsphäre. Fundamental bedroht seien auch die Rechte auf Meinungs- und Gedankenfreiheit sowie das Recht auf Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung.
«Google und Facebook dominieren unseren modernen Alltag», lässt sich Kumi Naidoo, internationaler Generalsekretär von AI, in einer Medienmitteilung vom Donnerstag zitieren. «Sie reissen in nie dagewesener Weise die Macht über die digitale Welt an sich, indem sie die persönlichen Daten von Milliarden Menschen sammeln und monetarisieren.»

Algorithmus für Menschenrechte gefordert

Um im digitalen Zeitalter die menschlichen Grundwerte zu schützen, also Würde, Selbstbestimmung und Privatsphäre, brauche es einen radikalen Wandel in der Arbeitsweise der Tech-Giganten und ein Internet, dessen zentraler Algorithmus die Menschenrechte seien.
Andere grosse Technologieunternehmen wie Apple, Amazon und Microsoft verfügten zwar in bestimmten Bereichen ebenfalls über erheblichen Einfluss, heisst es weiter in dem Amnesty-Bericht. Doch die von Facebook und Google kontrollierten Plattformen seien diejenigen, die für den menschlichen Austausch unverzichtbar geworden seien.
Regierungen müssen laut AI dringend Massnahmen ergreifen, um das auf Überwachung basierende Geschäftsmodell umzukrempeln und die Menschen vor Menschenrechtsverstössen durch Konzerne zu schützen.


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