Vorgestellt 04.03.2021, 14:30 Uhr

Schweizer Top-CIOs: Alan Hippe, Roche

Die CIOs der grössten Schweizer Firmen stellen sich vor und berichten von anstehenden Projekten sowie aktuellen Herausforderungen.
(Quelle: Roche )

Alan Hippe

Funktion: Chief Information Officer,  Chief Financial Officer
Firma: Roche
Branche: Chemie, Pharmazeutika und Diagnostika
Mitarbeitende in der Schweiz: 13 900
IT-Mitarbeitende: 955 in der Schweiz, 3881 weltweit
In dieser Firma/CIO seit: 2011
Berichtet an: Severin Schwan, CEO

Aktuelle Projekte

In unserer Diagnostics Division befassen wir  uns unter anderem mit einer IoT-Plattform für medizinische Geräte, einer digitalen Produktplattform sowie einer Toolchain für die Software-Entwicklung. Wir arbeiten ausserdem an der Digitalisierung  unseres Produktions- und Logistiknetzwerks und am Ausbau der  digitalen Bedarfserkennung in unserer gesamten Lieferkette.
In unserer Pharma Division beschäftigen wir uns damit, eine Cloud-basierte End-to-End-Plattform zu schaffen, die es uns ermöglicht, «Real World Data» in grossen Mengen und aus verschiedenen Quellen zu erfassen. Diese Daten werden insbesondere in der Forschung eingesetzt und sollen uns und unseren Forschungspartnern helfen, in wichtigen Therapiefeldern signifikante Fortschritte in den personalisierten Behandlungen zu  erzielen. Dies nennen wir «Personalized Healthcare». 
Zudem tätigen wir grosse Investitionen in Cloud- Lösungen, um zukünftige Markteinführungsmodelle  zu ermöglichen, und verfolgen damit unser Ziel, unsere  Interaktionen mit Kunden und Stakeholdern ebenso wertvoll wie unsere wissenschaftliche Forschung  zu machen.
Wir setzen uns im gesamten Un­ternehmen weiterhin für eine konzernweite Transformation ein, indem wir eine weltweit einheitliche IT-Infrastruktur einrichten,  welche die spe­zifischen geschäftlichen  und wissenschaft­lichen Anforderungen  von beiden Roche-Divisionen erfüllt und gleichzeitig die Effi­zienz maximiert. Darüber hinaus wollen wir die Kundenerfahrung  signifikant verbessern und die Interaktionen mit un­seren Patien­tinnen und Patienten  ver­einfachen.

Grösste Herausforderungen

In den letzten Monaten hat Covid-19  unsere zukünftige Technologielandschaft und Unternehmenskultur stark verändert. Aus meiner heutigen Sicht, und das kann sich noch weiterentwickeln, sehe ich insbesondere in drei Bereichen Chancen:
Interaktion mit unseren Kunden und anderen Stakeholdern: Der rasante Anstieg und die zunehmende Akzeptanz von digitalen Technologien wird die Art und Weise signifikant verändern, wie wir in der Gesundheitsbranche mit Ärzten, Patienten, Laborleitern und anderen Partnern kommunizieren. Digitale Technologie, Daten und Ana­lytik werden eine immer grössere Rolle spielen und uns helfen, die Inter­aktionen zu personalisieren. Denken Sie nur zum Beispiel an die  Zunahme der Telemedizin.
Menschen und Arbeitsplätze: Mehr und mehr Menschen werden in  Zukunft von zu Hause aus arbeiten und ich schätze, wir werden einen  dauerhaften Rückgang der Geschäftsreisen verzeichnen. Wir sind dafür mit virtuellen Kollaborations-Tools gut ausgerüstet, dürfen uns aber nicht darauf ausruhen, sondern müssen die Veränderung kontinuierlich  be­obachten, um so die richtigen Werkzeuge zur richtigen Zeit zur Verfügung stellen zu können.
Stärkung der Gesundheitssysteme: Die Krise macht einige Schwachstellen in den verschiedenen Gesundheitssystemen sichtbar. Gleichzeitig sehen wir eine zunehmende Wertschätzung diagnostischer Tests und der zugrunde liegenden Datenanalysen. Mit unserem Pharma- und Diagnostikgeschäft sind wir hervorragend positioniert, das «Gesundheitsökosystem», bestehend unter anderem aus Ärzten, Spitälern, Ver­sicherern, Regulierungsbehörden und Regierungen, positiv zu beeinflussen. Unser Ziel ist es, für unsere Patienten die richtige Therapie zur rich­tigen Zeit und zum richtigen Preis anbieten zu können. Um dies zu erreichen, müssen wir Patienten besser verstehen und eine gezielte Diagnose durchführen. Dazu helfen uns nicht nur Daten aus klinischen Studien, sondern mehr und mehr auch «Real-world Data». Ich hoffe sehr, dass Patienten und Pa­tientinnen zunehmend offen dafür sind, ihre Daten zu teilen.
(Stand: Juni 2020)



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