13.12.2016, 14:55 Uhr

Trübe Prognose für Schweizer Arbeitsmarkt

Für Anfang 2017 rechnen die helvetischen Arbeitgeber mit einer negativen Arbeitsmarktprognose. Alle Nachbarländer gehen von einem Plus aus.
Die Schweizer Arbeitgeber rechnen für das 1. Quartal 2017 mit einer negativen Netto-Arbeitsmarktprognose (saisonbereinigt) von -2 Prozent, was einem Rückgang um je 3 Prozentpunkte im Quartals- und Jahresvergleich entspricht. Das ist das Ergebnis des aktuellen Manpower Arbeitsmarktbarometers, für das 750 hiesige Arbeitgeber die Umfrage beantwortet haben. Hinzu kommt, dass von den 25 Ländern der EMEA-Region allein die Schweiz einen negativen Wert für das anstehende Quartal verzeichnet.


Nur zwei Prozent der Unternehmen erwarten bis Ende März einen Zuwachs an Personal, 5 Prozent gehen gar davon aus, dass sich Lohnkürzungen nicht vermeiden lassen. Vor allem Kleinunternehmen mit einer Mitarbeiterzahl zwischen 10 und 49 Angestellten sind betroffen. Nach Sektoren/Branchen betrachtet blickt das Gastgewerbe sehr positiv ins kommende Jahr und rechnet mit einem Anstieg des Personalbestands von 9 Prozent. Auch die Banken und Versicherungen, der Bereich Immobilien sowie der Dienstleistungssektor, zu dem die IT gehört, gehen von einem Plus von 4 Prozent, der Handel von +3 Prozent aus. Alles anderen rutschen ins Minus. Nach Regionen betrachtet sehen die Beschäftigungsaussichten überall mässig aus. Einzig im Raum Zürich stellt man eine positive Prognose (+5%).


Die zahlreichen Ungewissheiten, die auf Unternehmen lasten, scheinen den moderaten Optimismus der letzten Jahre zu trüben. «Es ist dringend notwendig, eine Lösung für die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative zu finden», kommentiert Herbert Beuchat, General Manager ad interim von Manpower Schweiz, das Ergebnis. Zudem komme die Unternehmenssteuerreform nur zaghaft voran, was die Attraktivität der Schweiz und damit auch des Arbeitsmarkts in Mitleidenschaft ziehen könnte. «All dies gibt Anlass zur Sorge und dürfte auch die Zuversicht der Arbeitgeber in der Schweiz beeinträchtigen», so Beuchat.

Die vollständigen Ergebnisse mit Berichten und Grafiken für alle 43 Länder und Hoheitsgebiete, einschliesslich der Schweiz, können hier runtergeladen werden.


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