Docsis 3.1 09.06.2015, 14:36 Uhr

Quickline will schnellster Breitband-Anbieter werden

Cablecom und Swisscom streiten seit Jahren darum, wer seinen Kunden mehr Geschwindigkeit anbieten kann. Nun prescht mit Quickline ein anderer Anbieter vor und läutet die nächste Runde iein.
Quickline führt Docsis 3.1 ein. Die Kabelnetztechnologie von Cisco ermöglicht Bandbreiten, die weit über dem heute genutzt Standard Docsis 3.0 liegen. Mit dem Schritt ist Quickline Vorreiter im Schweizer Markt. Heute bietet Quickline Bandbreiten von 200 Mbit/s an, mit der neuen Technologie sind 10 Gbit/s downstream und 1 Gbit/s upstream erreichbar. Allerdings nur theoretisch, weil Quickline dies in nächster Zeit bei Weitem nicht ausreizen wird. Und weil die Bandbreite von der Zahl der Anschlüsse am Verteilerkasten abhängig ist.

Roadmap bis 2020

Auf Nachfrage sagt Quickline, dass der Ausbau auf Docsis 3.1 dieses Jahr beendet und die Bandbreite anschliessend sukzessive erhöht werde. Die dazugehörende Roadmap von Quickline geht bis ins Jahr 2020, wann wie viel Geschwindigkeit freigegeben wird, will man aus Konkurrenzgründen nicht mitteilen. Lediglich, dass man sich an Kundenwünschen orientieren möchte. Diese Kunden nehmen höhere Downloadgeschwindigkeiten gerne. Allerdings ist der Upload den Privatkunden wichtiger. Denn ob 200 Mbit/s oder 500 Mbit/s: Filme streamen oder Videos herunterladen ist für Private problemlos möglich, noch höhere Geschwindigkeiten bringen viele Webserver an ihre Limiten. Stattdessen wünschen sich Kunden, dass auch Upload-Geschwindigkeiten erhöht werden. Damit beispielsweise eine 5-GB-grosse-Datei von der ganzen Familie gleichzeitig gestreamed werden kann. Wie sich die Upload-Geschwindigkeiten entwickeln, sagt Quickline ebenfalls nicht.

Firmen ohne Koax

Für Unternehmen könnte Docsis 3.1 theoretisch interessant sein. In der Praxis stellt es sich aber so dar, dass in den meisten Firmengebäuden keine Koaxialkabel verlegt sind. Das ist historisch bedingt und wird sich kaum ändern. Ausnahmen bilden kleinere Firmen, die eine Alternative zu Glasfaser erhalten dürften. Falls der Upload entsprechend erhöht wird.  Von der neuen Quickline-Netzinfrastruktur sollen alle 21 im Quickline-Verbund zusammengeschlossenen Kabelnetzunternehmen profitieren. Nicolas Perrenoud, CEO Quickline AG: «Wir möchten unseren rund 400'000 Kunden auf dem Kabelnetz auch weiterhin Unterhaltung auf höchstem Niveau anbieten können. Der Einsatz der Cisco-Komponenten sichert uns einen technologischen Wettbewerbsvorteil, den wir in Form neuer Services an unsere Kunden weitergeben werden.» Mit dem Einsatz von Docsis 3.1 versuchen die Kabelunternehmen, den Kampf gegen die Swisscom zu gewinnen. Die Ex-Monopolistin kann durch FTTH (Fiber to the Home) 1 Gbit/s anbieten, während beispielsweise Cablecom derzeit maximal 500 Mbit/s offeriert. Allerdings sind die Swisscom-Maximalgeschwindigkeiten noch auf städtische Gebiete begrenzt, derzeit gibt es 945 000 FTTH-Kunden. Die Kabelnetzbetreiber dagegen können ihre Angebote flächendeckend anbieten. Dafür erhält der FTTH-Kunde, was er kauft. Also 1 Gbit/s bei entsprechender Hardware. Für Kabelkunden ist die maximal mögliche Bandbreite jeweils ein optimaler Wert, der gar nicht erreicht werden kann. Stattdessen wird dieser durch die Zahl der Kunden, die sich die gleiche Quartierzentrale teilen, bestimmt.


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