24.03.2016, 10:49 Uhr

Pebble entlässt 25 Prozent der Angestellten

Smartwatch-Pionier Pebble entlässt 40 Angestellte, obwohl man im letzten Jahr 25 Millionen Dollar Risikokapital gewann. Es könnte ein erstes Anzeichen dafür sein, dass Smartwatches doch nicht "the next big thing" sein werden.
Irgendwann, in fünf oder zehn Jahren, könnte auf den heutigen Tag zurückgeblickt und gesagt werden: Es war der Anfang vom Ende. Pebble, eine der ersten Firmen die Smartwatches herstellte, entlässt 40 Angestellte. Das sind 25 Prozent ihrer Belegschaft, sagte Pebble-CEO Eric Migicovsky. Er sagte auch, dass Pebble in den letzten acht Monaten 26 Millionen Dollar Risikokapital einnahm. Zusätzlich zu den 20 Millionen, die man via Kickstarter erhielt. Warum also die Kündigungen? Migicovsky nennt ein schwieriges Klima für Fundraising als Grund: "Wir sind sehr vorsichtig dieses Jahr bezüglich unserer Produkte. Wir haben zwar dieses Geld erhalten, aber das Klima zur Mittelbeschaffung ist schwierig." In Zukunft möchte sich Pebble auf Gesundheits- und Fitnessaspekte der Wearables konzentrieren, sagt Migicovsky. Daran seien die Kunden hauptsächlich interessiert. 

Unsichere Zeiten für Wearable-Hersteller

Die Entlassungen kommen in einer Phase, in welcher der Wearable-Markt etwas in der Krise scheint. Die Aktie von Marktleader FitBit fiel in den letzten Monaten drastisch. Apple senkte den Preis der Apple Watch (in den USA) um 50 auf 299 Dollar. Ein Zeichen dafür, dass sie nicht der grosse Verkaufsschlager ist. "Wir müssen vorsichtig sein", sagt Migicovsky. "Wir sind hier, um zu bleiben, planen für die nächsten zehn Jahre. Die Stellenreduktionen helfen uns dabei, erfolgreich zu bleiben." Wie erfolgreich Pebble ist, ist unklar. Das letzte Mal gab das Unternehmen im Februar 2015 Zahlen bekannt, damals habe man eine Million Smartwatches seit 2013 verkauft.  Um das in den Kontext zu setzen: Apple wird nachgesagt, im 2015 zehn Millionen Smartwatches verkauft zu haben. Dabei kam die Uhr erst im Verlauf des Jahres raus. Smartwatches wurden einst als "the next big thing" angesehen. Die Schweizer Uhrenindustrie ignorierte es und büsste. Nun scheinen viele Hersteller zwar zur Besinnung gekommen sein, ein wirkliches Knallerprodukt vermisst man aber. Das ist ein Problem des gesamten Marktes: Das Produkt, welches die Industrie transformiert, gibt es noch nicht. Alles scheint halb fertig, die Abhängigkeit vom Smartphone ist noch viel zu hoch. Solange das so bleibt, bleiben Smartwatches zwar nette Gadgets. Sie werden aber nicht den Impact des Smartphones oder Tablets erreichen und damit auch nicht "the next big thing" werden.


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