IT-Personal 08.12.2010, 08:03 Uhr

Nachfrage bleibt hoch

Der Schweizer Arbeitsmarkt wird im ersten Quartal des neuen Jahres stagnieren. Das ist die schlechte Nachricht – gleichzeitig aber eine gute, denn die Nachfrage bleibt hoch.
Urs Schüpbach von Manpower sieht Zürich vor dem Boom
Mit einer Stagnation bei den Beschäftigtenzahlen in der Schweiz rechnet der Personaldienstleister Manpower für das erste Quartal des nächsten Jahres. Von 786 befragten Schweizer Arbeitgebern sagten 8 Prozent, dass sie Mitarbeiter einstellen wollen. Mit einem Rückgang der Angestelltenzahlen gehen 4 Prozent aus, 88 Prozent erwarten keine Veränderung. Laut Manpower ergibt sich aus diesen Daten eine saisonbereinigte Netto-Arbeitsmarktprognose von 0 Prozent. Allerdings wurde für das laufende Schlussquartal ein Plus bei den Neueinstellungen von 15 Prozent prognostiziert. Auf diesem hohen Niveau sei eine Stagnation ein positives Signal, interpretiert Manpower-Generaldirektor Urs Schüpbach die Beschäftigungsaussichten für 2011. «Die Zahlen sprechen für eine Stabilisierung des Arbeitsmarkts.»

Zürcher Finanzbranche sucht Personal

Zur Boomregion wird nach der Umfrage von Manpower der Raum Zürich. Hier ermittelten die Experten einen Zuwachs bei den Stellen um 10 Prozent. Fünf der sieben übrigen Wirtschaftsregionen sollen ebenfalls zulegen, allein die Unternehmen in der Nordwestschweiz planen im ersten Quartal, Arbeitsplätze abzubauen. Beim Blick auf die Beschäftigungsaussichten in den Branchen wird laut Schüpbach offensichtlich, welche Ursachen die regionalen Unterschiede haben: «Die zwei grossen Basler Phamakonzerne kündigten zuletzt einen massiven Personalabbau an. Dagegen suchen Zürcher Banken und Versicherungen in grossem Stil Mitarbeiter», erklärt der Manpower-Chef. Sein Unternehmen rechnet für die Finanzbranche mit einem saisonbereinigten Stellenzuwachs von 15 Prozent, für die Industrie von einem Minus von 6 Prozent.

Steter Mangel bei IT-Fachkräften

Für das Gesamtjahr 2011 erwartet Manpower anhaltende Schwierigkeiten bei der Suche nach Fachpersonal. «Weiterhin haben 35 Prozent der einheimischen Unternehmen Probleme, Stellen adäquat zu besetzen», konstatiert Schüpbach. Die Zahl habe sich im Vergleich mit dem Vorjahr nur unbedeutend um 1 Prozent verringert. In den Top Ten der meistgesuchten Berufe sind neu auch wieder IT-Manager und Projektleiter zu finden. Der grösste Mangel herrscht aber bei Facharbeitenden, Finanzpersonal sowie Ärzten und Gesundheitspersonal. Auf den Rängen folgen Juristen, Techniker, Ingenieure und Büropersonal. Platz acht nimmt die IT ein, neun die Mitarbeiter im Gastgewerbe, zehn die Kundendienstmitarbeiter.


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