Im Härtetest 26.02.2013, 21:12 Uhr

Gartner beurteilt 34 BI-Portfolios

Der BI-Markt boomt. SAP kämpft gegen Oracle, Microsoft gegen IBM, QlikTech, Tableau oder MicroStrategy. Wer hat das optimale Business-Intelligence-Portfolio? Die Ergebnisse des Mega-Tests.
Gartners Magic Quadrant für Business Intelligence und Analytics (Februar 2013).
Business-Intelligence-Tools helfen Unternehmen sowohl bei Langfrist-Strategien als auch bei schnellen Ad-hoc-Entscheiden im Alltag. In-Memory-Technologie, die riesige Datenbestände in den Arbeitsspeicher packt, wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Das Analystenhaus Gartner identifiziert auf dem Markt für BI/Analytics-Plattformen drei Hauptrends: explorative Data Discovery, Echtzeit-BI und prediktive, vorausschauende Analysen. Gartner hat 38 BI-Anbieter auf den Prfstand gestellt: Als Testdisziplinen galten die drei grossen Bereiche Integration (Infrastruktur, Entwicklung, Metadaten-Management), die schnelle Bereitstellung von Informationen (Reports, Dashboards, Ad-hoc-Queries, Mobility) und Analytics (OLAP, Visualisierung, Simulation/Prognosen). Im Leaders-Quadranten des aktuellen magischen Quadranten für "Business Intelligence and Analytics Platforms" (vom Februar 2013) konnten sich unter anderen Microsoft, IBM, QlikTech, Oracle, MicroStrategy, SAP und SAS positionieren (siehe Grafik rechts). Viele Anbieter haben 2012 ihr BI-Portfolio massiv ausgebaut. Ein Zeichen dafür, welch grosses Potenzial man diesem Markt in Zukunft beimisst. Die Vorteile und Nachteile der wichtigsten Lösungen in der Zusammenfassung:

Microsoft

Redmond hat in den letzten Jahren die BI-Funktionalität seiner drei verbreitetsten Produkte massiv ausgebaut: Office (insbesondere Excel), SQL Server und Sharepoint. Microsoft investiert in Lösungen, die viele Unternehmen bereits im Einsatz haben, und offeriert ihnen dadurch eine attraktive Cost/Value-Proposition. Insbesondere das neue Excel (in Office 2013) hat kaum mehr etwas mit dem alten, limitierten Tabellenkalkulator aus den späten 90er-Jahren gemein. Und es geht weiter: Auf Microsofts Excel-Agenda für das laufende und das kommende Jahr stehen fortgeschrittene Features wie geospatiale Analyse, 3D-Analyse und Self-Service-ETL (Aufbereitung von Daten für Enterprise Data Warehouses) für interne und externe Datenbestände. Cross-Queries über relationale Datenbanken und unstrukturiertes Hadoop sollen in der ersten Jahreshälfte 2013 kommen. Microsoft will Excel zum meist genutzten BI-Werkzeug der Business-Welt pushen. Dabei setzt Redmond, unter anderem mit Office 365, immer stärker auf die Cloud.

Do-it-yourself-Verfahren

Kritisch bewertet Gartner die Komplexität des Angebots für den Anwender. Microsoft verteilt seine BI-Funktionalität auf drei Produkte - Excel, SQL Server und Shwârepoint - die auch Nicht-BI-Features offerieren. Kunden sind daher oft gezwuingen, nach dem Do-it-yourself-Verfahren ihre BI-Anwendungen selbst zu entwickeln. Andere BI-Anbieter leisten grössere Hilfestellung. Nachholbedarf sieht Gartner ausserdem auf dem Zukunftsmarkt der mobilen Business Intelligence, den Microsoft bislang eher stiefmütterlich behandelt hat. Unternehmen greifen wegen der niedrigen Lizenzkosten und der geringen Total Cost of Ownership (TCO) generell gerne zu BI-Produkten aus dem Hause Microsoft. Diesen finanziellen Vorteil machen jedoch Implementations- und Entwicklungskosten - die über einen Zeitraum von drei Jahren immerhin 75 Prozent der TCO ausmachen - teilweise wieder zunichte. Nächste Seite: SAP im Gartner-Urteil

SAP

SAP ist laut Gartner der weltweite Marktführer punkto Business Intelligence und Analytics. Viele Unternehmen nennen die Lösungen aus Walldorf als den De-Facto-Standard in Sachen Enterprise BI und Analytics. In der jüngsten Kundenbefragung des Analystenhauses belegt SAP unter 38 BI-Anbietern den Spitzenplatz, wird also am häufigsten genannt, genutzt und eingesetzt. Laut Gartner schloss Walldorf im Jahr 2012 erfolgreich eine ganze Reihe von Multi-Millionen-Dollar-Deals ab. Die Marktbeobachter loben unter anderem die BI-Lösungen SAP Visual Intelligence und die mobile Plattform (früher Sybase unwired), die in der aktuellen Version auch geospatiale Analysen und einen Kamera-Modus enthält. Die 2012 auf den Markt gebrachte BI-Komponente "Predictive Analysis" hat SAP in seine In-Memory-Appliance Hana integriert. Ebenfalls integriert sind Open-Source-Technologien wie Hadoop, Hive und MapReduce, die zunehmend zur Analyse riesiger, unstrukturierter Datenbestände eingesetzt werden. Viele der von Gartner befragten Unternehmen äusserten sich jedoch kritisch über die Qualität der Software aus Walldorf. Mit 21,17 Prozent liegt SAP damit weit über dem Anbieter-Durchschnitt (6,2 Prozent). Als ein nicht gerade einfaches Unterfangen gilt auch die Integration und der Support etwa von SAP BW, Web Intelligence, Crystal Reports und Dashboards.

Immer noch: Support in der Kritik

Kunden, die jüngere Lösungen einsetzen, äussern sich jedoch positiver als Unternehmen mit einem Portfolio älteren Datums über Kunde-Support und Produktqualität. Zum Beispiel beschweren sich 29,63 Prozent der Anwender von BusinessObjects XI 3.1, aber nur noch 16,67 Prozent der Kunden, die mit dem jüngeren SAP BI 4.0 FP3 arbeiten. SAP hat also die Probleme zur Kenntnis genommen und adressiert sie, lässt sich daraus schliessen.  Anwenderunternehmen bewerten SAP-Lösungen über alle 15 Test- und Teildisziplinen hinweg als schlechter als der Durchschnitt. Laut Gartner liegt das jedoch auch am hohen Alter der Produkte, die im Einsatz sind. Jüngere Lösungen kommen besser weg. Kunden von SAP BusinessObjects nennen insbesondere das Reporting und die Ad-hoc-Query-Funktionalitäten als Top-Stärken der BI-Plattform. Nächste Seite: So schneidet IBM ab

IBM

IBM hat 2012 sein BI-Portfolio kräftig aufgerüstet. Zum einen durch eigene, neue Versionen wie Cognos BI 10.2, Cognos Insight, den SPSS Modeler 15 und das Analytical Decision Management 7.0/Technical Answers; zum anderen durch Akquisitionen wie Tealeaf Technology, die Analytics-Softwareschmiede Varicent Software und Vivismo. Cognos ist ein individuelles Analysewerkzeug, das stand-alone auf dem Desktop installiert werden kann. Mit Analytical Decision Management dagegen optimieren, prüfen und automatisieren Unternehmen ihre Geschäftsentscheide. Kunden äussern sich generell zufrieden über das aktuellen Cognos BI 10.x und über der Migration von Cognos 8 BI auf BI 10.x. Kunden schätzen an IBM ganz besonders die Road Map und die Zukunftsvisionen des Konzern. In diesen beiden Disziplinen erreicht Big Blue weit über dem Durchschnitt liegende Werte. Gelobt werden ausserdem die Integration mit Infrastrukturkomponenten wie Datenbanken oder Middleware. Stein des Anstosses ist jedoch nach wie vor die Performance der Lösungen, insbesondere die von Cognos 8 BI. 24 Prozent der IBM-Kunden beschweren sich darüber (Industriedurchschnitt 11,5 Prozent). Auch die Bedienerfreundlichkeit der Lösungen steht in der Kritik: Lediglich 17,74 Prozent aller IBM-Kunden halten die BI-Lösungen für benutzerfreundlich, der Durchschnitt über alle Anbieter liegt bei wesentlich höheren 35,1 Prozent. Punkto Kundenzufriedenheit schneiden die Support- und Vertriebsspezialisten von Big Blue leicht schlechter ab als die Konkurrenz. Nächste Seite: QlikTech im Testurteil

QlikTech

QlikView gilt im Urteil der Gartner-Analysten als Marktführer im BI-Teilsegment "Data Discovery". Dort halte die schwedische QlikTech weltweit einen Marktanteil von 48 Prozent, sagte der Schweizer QlikTech-Chef Martin Rast zu CW. Gartner hebt besonders den In-Memory-Data-Store, die jüngst ergänzten Konnektoren zu Teradata, Google BigQuery und Hadoop/Cloudera sowie die sehr gut integrierte BI-Toolpalette hervor. Kunden loben die sehr gute, intuitive Bedieneroberfläche der Lösung, meist in Gestalt von interaktiven Dashboards, und vergaben dafür Top-Noten. Sehr gute Beurteilungen erhielt auch die Entwicklungsumgebung. Punkto Benutzerfreundlichkeit führt QlikView das aus 34 Anbietern bestehende Testfeld an. Diie Hauptgründe, die Unternehmen zu QlikView greifen lassen, sind (i) Funktionalität, (ii) Benutzerfreundlichkeit für Endanwender und (iii) die Performance. "Wir können alle gängigen Formate lesen; die Schweizer Grossbank UBS benutzt für ihr globales Ad-hoc-Reporting QlikView", sagte Rast zu CW. QlikTech-Kunden sind treue Kunden. Im Anbietervergleich denken nur sehr wenige Unternehmen über einen Anbieterwechsel nach. Kunden beurteilen jedoch den interaktiven, spielerischen Umgang mit den Daten und die Analysefähigkeiten von QlikView im Vergleich mit direkten Konkurrenten wie Tableau oder Tibco Spotfire als schlechter. Auch diese beiden Firmen bedienen den BI-Teilmarkt der "Data Discovery". Mit seinem nächsten, noch für 2013 geplanten Release will QlikTech diese Nachteile adressieren und eine "fantastische, geniale Nutzererfahrung" bieten.

Luft wird dünner

QlikTech führt den Markt der "Data Discovery" an; der nach Schätzungen von Gartner im Jahr 2011 drei Mal so schnell gewachsen ist wie der BI-Gesamtmarkt. Folgerichtig haben auch traditionelle BI-Anbieter wie Microsoft, SAP, IBM oder Oracle ein begehrliches Auge darauf geworfen. Es wird als in Zukunft sicher nicht einfacher für QlikTech. In den Disziplinen "Enterprise Readiness" (in der Hauptsache Metadaten-Management, Infrastruktur) und Skalierbarkeit (Anwender und Daten) ernteten die Schweden Kritik. Kunden nennen ausufernde Kosten als den grössten Stolperstein, der einem breiten Ausrollen der Lösung im Weg stünde. Auch sollen lange Queries mit vielen Datenquellen und komplexen Rechenoperationen nur sehr zeitaufwändig zu bewerkstelligen sein. Für sehr komplexes Reporting ist QlikView also weniger gut geeignet. Kunden mussten die längstem Entwicklungszeiten (development turnaround times) des gesamten Testfeldes in Kauf nehmen. Nächste Seite: Gartners Empfehlungen an Oracle

Oracle

Oracles Business Intelligence Foundation Suite sei, so die Gartner-Analysten, besonders für den Aufbau grosser, zentral gesteuerter, globale und breit gefächerter BI-Landschaften geeignet. Ganz besonders die enge Integration in den Oracle Stack lässt Kunden zum BI-Portfolio der Ellison-Company greifen. So offeriert das Unternehmen mehr als 80 vorgefertigte BI-Applikationen unter anderem für die E-Business-Suite, Peoplesoft, das ERP JD Edwards, CRM Siebel und das jüngere Fusion-Business-App-Portfolio. Hinzu kommen vorkonfigurierte, industriespezifische Anwendungen etwa für Data Warehouses, KPIs, Reports und Dashboards. Oracles Business Intelligence Enterprise Edition (OIEE), die wichtigste Komponente der Foundation Suite, ist auf das Data Warehouse Essbase und das BI-Werkzeug Hyperion optimiert. Kunden können dadurch ihre Finanzplanung, Budgetierung und Konsolidierungsprozesse end-to-end abbilden. Den Software-Stack ergänzen vorkonfigurierte Appliances, also Maschinen, in denen Hardware und Software optimal aufeinander abgestimmt sind - die sogenannten "engineered systems". Dazu gehören die In-Memory-Analytics Maschine Exalytics und Oracles Big Data Appliance für NoSQL-Datenbanken und Hadoop. Mehr als 22 Prozent der Oracle-OIEE-Kunden wollen innert der nächsten 12 Monate im Bereich Content Analyse investieren.

Gartner empfiehlt: Endanwender stärken

Nachholbedarf sieht Gartner im Boom-Markt mobile Anwendungen, wo Oracle der Konkurrenz hinterher hinkt. Chronische Schwachpunkt sind laut Gartner ausserdem der Support, die Performance und die Qualität der Produkte. Die Bewertungen fielen - sozusagen konstant - über die letzten drei Jahre recht schlecht aus. Möglicherweise liegt das an den sehr grossen und komplexen BI-Installationen von Oracle. Aber: Konkurrenten mit ähnlich komplexen Installationen, wie MicroStrategy oder Information Builders, haben sich über die Jahre im Urteil der Anwender nach oben gearbeitet. Gartner empfiehlt Oracle, seine komplexeren "Predictive Analytics"-Werkzeuge nicht nur Entwicklern, sondern auch den Endanwendern stärker zugänglich zu machen. Nächste Seite: Top-Performer MicroStrategy

MicroStrategy

Einst führte MicroStrategy den Gartner-Quadranten an und überzeugte mit wohl recht kostenintensiven, aber auch exzellenten BI-Lösungen. Jetzt spürt der  Top-Performer schon ein wenig den heissen Atem der Konkurrenz. MicroStrategy hat sich auf BI-Lösungen spezialisiert, die - auf oberstem Layer - über den grossen Enterprise Data Warehouses laufen. Typischerweise gehören Grossunternehmen zur Stammkundschaft. Das Unternehmen hat weitgehend auf Akquisitionen verzichtet und ist organisch gewachsen. Eine hohe Integration der einzelnen Lösungskomponente, kombiniert mit einer durchdachten Architektur und einem objektorientierten Semantik-Layer sind der Lohn für diese Wachstumsstrategie.

Leader punkto Mobility

Schon früh investierte MicroStrategy in mobile Business Intelligence, anfangs in RIM Blackberries, dann auch in Apples iPhone/iPad und Android-Devices. Diese hohen Investments tragen jetzt Früchte. Laut Gartner ist MicroStrategy der Marktführer punkto mobile BI, mit dem breitesten und fortgeschrittensten mobilen BI-Portfolio aller Anbieter. Eiin Markt, der immer attraktiver wird. Fast 50 Prozent der Umfrageteilnehmer nutzen mobile BI oder sind gerade in der Pilotphase. MicroStrategys BI aus der Cloud, eng integriert in das um Reports zentrierte Enterprise-Portfolio, könnte sich als Knüller erweisen. Das Unternehmen hat seine Lösungen 2012 erweiter und legt auf Cloud-Integration grossen Wert. Aber es gibt auch Schatten. Gartner stützt sich auf Anwender-Feedback und moniert die steile, arbeits- und zeitintensive Lernkurve, die selbst erfahrene Entwickler zu absolvieren haben. Kunden stöhnen ausserdem über die über dem Durchschnitt liegenden Lizenz- und Implementationskosten. Die hohen Kosten stehen für viele Anwenderunternehmen einem breiten Ausrollen der Lösung im Weg. MicroStrategys Cloud-Angebote könnten hier einen Ausweg weisen. Schwächen konstatiert Gartner punkto "*predictive or prescriptive Analytics". Obwohl diese Features vorhanden sind, werden sie von Kunden kaum benutzt. Ein Grund könnte im Fokus der Bedieneroberflächen auf Reports liegen, die predicitve Analytics nicht stark genug unterstützen. Durch Wechsel im Vertertriebsmanagement, so mutmasst Gartner, ist MicroStrategy in raues Fahrwasser gekommen. Denn nach vielen Quartalen mit guten Geschäftsergebnissen gingen die Verkaufszahlen im dritten Quartal 2012 steil nach unten. Gartner rechnet jedoch optimistisch mit einer Erholung im weiteren Verlauf 2013. Nächste Seite: Alt-Champion SAS

SAS

Das Lösungsportfolio von SAS bedient Marktsegmente wie BI, Performance Management, Data Warehousing und Datenqualitätsmanagement. Punkto fortgeschrittene Analysetechniken wie Data Mining und prediktives Modellieren ist SAS laut Gartner der Marktführer. 2012 kündigte das Unternehmen Visual Analytics an, ein Werkzeug, das Dashboards mit diagnostischen, analytischen Verfahren und Simulationen (predictive models) verheiratet. Zu den Gründen, die Kunden zu SAS greifen lassen, zählen neben der guten Integration der Teilkomponenten vor allem die Fähigkeit der SAS-Produkte, auch mit sehr grossen Datenvolumina zurecht zu kommen. Verbesserungen beim High-Performance Analytics Server (In-Memory), im Datenbankbereich und bei Grid-Compuring-Analysen verstärken diesen Trend noch. Der Dank ist ein grosser und loyaler Kundenstamm, der teilweise seine berufliche Karriere um SAS-Lösungen herum aufgebaut hat. Der Kundenservice und die Zukunftsvisionen des Unternehmens werden lobend erwähnt.

Benutzerfreundlichkeit: mangelhaft

SAS-Lösungen sind jedoch sehr schwer zu implementieren und zu nutzen. Der Nutzersupport und die sogenannte "user experience" erhalten deutlich unterdurchschnittliche Bewertungen. SAS sieht sich an mehreren Fronten in Stellungskriege verwickelt. Als Hauptkonkurrent gilt IBM mit dem Statistikpaket SPSS, das die analytische Programmiersprache "R", die Produkte grosser Konkurrenten wie Oracle, SAP und andere, kleinere Anbieter unterstützt. Kritische Erwähnung finden auch die recht hohen Kosten und geringe Erfolge damit, echten Business Mehrwert zu erzielen. Ausserdem sei das Lizenzmodell zu unflexibel, kritisiert Gartner. Unter anderem fehlt die Option eines sogenannten "enterprise user buy-in". Das könnte kleineren Anbietern Rückenwind verschaffen. Gartner empfiehlt: SAS sollte vom hohen Ross heruntersteigen und stärker als bisher den Wünschen seiner Kunden Gehör schenken. Nächste Seite: Kunden lieben Tableau Software

Tableau Software

Kunden lieben Tableau Software wegen der intuitiven, visualisierten und interaktiven Bedienung ihrer Lösunge. Tableau macht Spass, auch komplexe Analysen gehen leicht von der Hand. Besseres kann man über einen Anbieter eigentlich nicht mehr sagen. Tableaus Drag-and-Drop-Technologie VizQL interpretiert und führt Direkt-Queries über SQL- und MDX-Datenbanken (Microsoft Access) aus. Die Resultate werden daraufhin grafisch dargestellt. Hinzu kommen ETL-Mashup-Funktionalitäten für Data Warehouses und Hadoop. Auch komplexe Queries mit multidimensionalen Filtern und über grosse, heterogene Datenbestände laufen, laut Gartner, sehr performant ab. Grundlage dafür sind ein Daten-Mashup, das keine Programmierkenntnisse erfordert und eine In-Memory-Datenbank. Mit dem Daten-Mashup kombinieren Anwender interaktiv mehrere heterogene Datenquellen zu einem visualisierten Report ihrer Wahl. Kunde loben besonders die sehr kurzen Implementierungszeiten und die extrem schnellen Reports. Anfangs profitierte Tableau von den Marketingaktivitäten von QlikTech, das Kriterien wie Bedienfreundlichkeit, Visualisierung und Intraktivität ins Bewusstsein der BI-Geschäftswelt rückten. Jetzt hat Tableau seinem grossen Bruder QlikTech schon fast den Rang abgellaufen. Ein Grossteil der Kundschaft nutzt Tableau für die Analyse unstrukturierter Daten. Überproportional viele Anwender machen ausserdem vom Cloud-Angebot - Tableau Public und Tableau Digital - Gebrauch. 13 Prozent der Kundschaft nutzt Teradata als primäres Enterprise Data Warehouse (EDW). Aber auch Oracle EDW, Microsoft SQL Server IBM DB2 oder Netezza arbeiten bei vielen Kunden im Hintergrund.

Gefährlicher Trend

Tableaus Lösungen werden meist als Komplementär-Produkte neben einer bereits existierenden BI-Plattform in Unternehmen eingesetzt. Die Chance, dass Tableau zum Enterprise-BI-Standard aufsteigt, sind daher eher gering. Erfahrene, klassische Anbieter wie Microsoft, MicroStrategy, IBM und SAP lernen ausserdem hinzu und beginnen, ihrer Business Intelligence mehr Benutzerfreundlichkeit zu spendieren, als man von ihnen gewöhnt ist - teilweise sogar kostenfrei. Tableau sollte deshalb auf der Hut sein und sich nicht zu sehr im Erfolg sonnen. Diesem gefährlichen Trend spielt in die Hände, dass Tableaus Portfolio zu eng um die Themen Analyse, interaktive Visualisierung und Dashboards aufgestellt ist. Weitergehende BI-Funktionalität wie etwa Produktions-Reporting fehlt. Unterdurchschnittlich werden auch das Metadaten-Management, Entwicklungswerkzeuge und die zugrunde liegende BI-Infrastruktur beurteilt. Tableau unterhält Niederlassungen in London, Dublin, Singaur und Tokio. Der EMEA-Support kommt aus London. Der Marktschwerpunkt aber liegt in Nordamerika.


Das könnte Sie auch interessieren