22.05.2015, 12:51 Uhr

Crowdfunding in der Schweiz wird beliebter – das nützt IT-Jungunternehmern

Der Crowdfunding-Markt wächst im Jahresvergleich um 36 Prozent, berichtet die Hochschule Luzern. Die Zahl relativiert sich allerdings, wenn man sich andere Märkte anschaut. Immerhin: Von der Steigerung profitieren auch IT-Unternehmen.
15,8 Millionen Franken wurden in der Schweiz im letzten Jahr durch Crowdfunding vermittelt, sagt das Crowdfunding Monitoring 2015 der Hochschule Luzern. 2013 waren es noch 11,6 Millionen Franken.
Der markante Anstieg um 36-Prozent ist allerdings zu relativieren: «Die eindrücklichen Wachstumszahlen dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass die absoluten Beträge immer noch sehr tief sind und der Crowdfunding-Markt in der Schweiz im Vergleich zu den USA oder Grossbritannien nach wie vor in den Kinderschuhen steckt», sagt Finanzprofessor Andreas Dietrich, der die Studie zusammen mit Simon Amrein und mit Unterstützung der Swisscom verfasste. Ein Blick auf die Statistik belegt die Aussagen von Dietrich und zeigt, dass generell Europa beim Geldsammeln im Internet noch zulegen kann. Das weltweite Volumen der mithilfe von Crowdfunding vermittelten Gelder lag 2014 bei rund 14,8 Milliarden Franken. Davon entfiel mehr als die Hälfte (8,7 Milliarden) auf Nordamerika, dahinter folgt der asiatische Markt mit 3,1 Milliarden Franken (+320 Prozent gegenüber Vorjahr!). In Europa wurden zwar auch immerhin 2,8 Milliarden Franken vermittelt, davon entfielen aber rund 80 Prozent auf Grossbritannien. Die Schweiz nimmt innerhalb Europas einen Rang knapp in den Top zehn ein. Sowohl was das absolute Volumen als auch das Volumen pro Einwohner betrifft.
Beim Crowdfunding wird versucht, über Internetplattformen Geld für Projekte (genannt: Kampagnen) zu sammeln. Das kann vom Kleinkredit für die Hochzeit über die Finanzierung eines jungen Unternehmens bis zur Spende eines Fussballvereins reichen. Weil in der Regel viele kleine Spender einen kleinen Betrag beisteuern, der am Ende das Projekt entstehen lässt, wird im Zusammenhang von Crowdfunding auch das Wort «Schwarmintelligenz» benutzt. In der Studie der Hochschule Luzern werden vier Formen von Crowdfunding unterschieden:
  • Crowdinvesting (Geld gegen Unternehmensbeteiligung)
  • Crowdlending (Geld gegen Zins)
  • Crowdsupporting (Geld gegen Güter/Dienstleistungen)
  • Crowddonating (keine direkte Gegenleistung)
Letztes generierte fast die Hälfte des Gesamtvolumens, 29 Prozent entstammt Crowdinvesting und 22 Prozent Crowdlending. Davon profitierte auch die IT: Die Studie zeigt, dass letztes Jahr 1,46 Millionen Franken für insgesamt 45 Projekte aus dem Bereich «Technologie, Business, Start-up» zusammenkamen, die über Crowdsupporting oder Crowddonating generiert wurden. Nur in «Musik, Konzerte Festivals» wurde leicht mehr investiert, allerdings waren diese 1,48 Millionen Franken auf 216 Projekte verteilt.
Die Zahlen für die Studie werden jährlich erhoben, indem die Plattformen in der Schweiz ausgewertet werden, welche sich auf Crowdfunding spezialisiert haben. 2014 waren das 15, die Zahl der Marktteilnehmer steigt aber laufend.


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