31.05.2016, 17:33 Uhr

Axa Winterthur setzt auf Twint für B2C-Zahlungen

Nach Migros und Coop setzt auch Axa auf Twint. Im Gegensatz zu bisherigen Anwendungen nutzt der Versicherer die Mobile-Payment-App aber als B2C-Produkt.
Seit der Ankündigung der Fusion von Twint mit Paymit vor wenigen Tagen scheint der Schweizer Mobile-Payment-Markt gefestigt. Allerdings nur, was die einheimischen Unternehmen angeht. Die internationale Konkurrenz von Apple oder Samsung wird mit aller Macht versuchen, in der Schweiz ihre Konkurrenzprodukte zu lancieren. Zu lukrativ ist das Mobile-Payment-Geschft. Deshalb kann sich auch Twint, obwohl man sich als Marke gegen Paymit durchsetze, nicht zurücklehnen. Stetig sind eine Etablierung des Marktvorsprungs und Innovationen gefordert. Wie das aussehen könnte, hat diese Woche Axa Winterthur verkündet. Der Versicherer bietet seinen Kunden in einem Pilotprojekt Twint als mobile Zahlungslösung an. Während Twint bislang aber als Zahlungsmethode für Private verstanden wurde, kehrt Axa den Nutzen um. Als offenbar erstes Schweizer Unternehmen will man mit Twint Auszahlungen vornehmen.

Einfache Schadensfälle vor Ort bezahlen

«Durch die Kooperation mit Twint können wir unmittelbar vor Ort eine Akontozahlung der Schadensumme von Smartphone zu Smartphone auslösen ? ohne eine Bankverbindung des Kunden zu benötigen», erklärt Fredy Egg, Leiter Schaden der Axa Winterthur. Der Kunde soll durch die schnelle Entschädigung das Geld sofort zur Verfügung für allfällige Ersatzanschaffungen haben. Angewandt wird die Methode bei einfachen Schadensfällen, wie beispielsweise einem Hagelschaden oder einem Velodiebstahl. Axa nutzt die Möglichkeiten von Twint noch weiter aus: Der Mitarbeiter kann Twint vor Ort oder telefonisch via Service-Hotline für die Begleichung eines Schadenfalls einsetzen. Der Kunde muss sich also nicht für einen Interaktionskanal entscheiden, solange er Twint nutzt. Fredy Egg nennt noch einen weiteren Vorteil in der Partnerschaft: «Die Abwicklung der Zahlungen ist bezüglich Sicherheitsstandard auf demselben Level wie das E-Banking bei der Bank des Vertrauens. Für uns als Versicherer steht das Thema Datenschutz an erster Stelle, deshalb waren wir von Anfang an begeistert von diesem Angebot.» Weshalb der Datenschutz mit der Twint-Lösung besonders hoch sein soll, erläutert Egg nicht.

Pilot bis Ende September

Das Pilotprojekt läuft noch bis Ende September 2016. Im Anschluss wird die Axa Winterthur je nach Akzeptanz entscheiden, ob die Zusammenarbeit fortgesetzt wird. «Wenn der Service bei unseren Kunden gut ankommt, können wir uns durchaus vorstellen, künftig auf Kundenwunsch alle Zahlungen digital auszuführen», sagt Fredy Egg. Für Twint ist Axa nach Migros und Coop der dritte grosse Partner. «So kommen wir unserem Ziel der flächendeckenden Verbreitung einen Schritt näher», sagt Michael Hügli, Leiter Marketing und Vertrieb bei Twint.


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