10.02.2016, 08:30 Uhr

Visa öffnet IT-Systeme für Fintechs

Die Kreditkartenfirma Visa öffnet Schnittstellen zu seinen IT-Systemen für Entwickler. Damit könnte sich das Unternehmen einen Platz in der Fintech-Zukunft sichern, urteilen Experten.
Der Kreditkartenherausgeber Visa öffnet Programmierschnittstellen zu seinen IT-Systemen. Über die APIs (Application Programming Interface) können Entwickler die Zahlungssysteme von Visa ansteuern, Informationen abholen und Services des nach Unternehmensangaben weltweit grössten Netzwerks für den Zahlungsverkehr im Einzelhandel nutzen. Die Plattform https://developer.visa.com wendet sich an Finanzinstitute, Händler, Start-ups und Technologie-Firmen.
Vorerst sind die verfügbaren Schnittstellen noch beschränkt. So bietet die Plattform Zugang zu Diensten wie Benachrichtigungen bei Kundentransaktionen und Währungsumrechnungen, Identifikation von Karteninhabern, den Zahlungsverkehr im Detail- und Online-Handel sowie Zahlungstransaktionen zwischen Privatpersonen (P2P-Payment). Visa plant jedoch, im nächsten Jahr weitere Funktionen bereitzustellen. Visas Ziele mit der Entwicklerplattform sind natürlich nicht selbstlos. Das Unternehmen will ein wichtiger Partner für künftige Player im Finanzmarkt bleiben. «Visa Developer ist nicht nur ein neuer Zugangspunkt zu unserem Netzwerk, sondern auch eine neue weltweite Bereitstellungsplattform für Produkte und Dienste von Visa», lässt sich Visa-CEO Charlie Scharf in einer Firmenmitteilung zitieren.

Visa als Technologie-Provider

Die Rechnung des Kreditkartenunternehmens könnte aufgehen, meint Ovum-Analyst Gilles Ubaghs: Bis anhin wurde Visa hauptsächlich als Netzwerk-Provider für Zahlungstransaktionen angesehen. Visa Developer macht den Konzern zum Technologie-Unternehmen. «Indem Visa die volle Kapazität seiner Infrastruktur dem digitalen Ökosystem zur Verfügung stellt, zementiert die Firma ihren Platz in der künftigen Finanzindustrie», sagt der Experte. 
Wenn das Beispiel offener APIs Schule mache, könnten auf der Grundlage bald signifikant mehr Payment Services und damit verbundene Funktionalitäten entstehen. Auch wenn dabei der Markenname Visa dabei nicht unbedingt im Vordergrund stehe, werden die Transaktionen doch immer noch über die Systeme des Kreditkartenunternehmens laufen. Eine weiter hohe Auslastung (verbunden mit Nutzungsgebühren zugunsten von Visa) ist das Resultat.


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