«Mit Mobile Shopping beginnt das Spiel bei null»

Amoranas erste Computerausstattung

CW: Der Technologie kommt bei den Start-ups eine wichtige Rolle zu. Mit welcher Computerausstattung sind Sie gestartet? Und: Wie sieht Ihre Systemlandschaft heute aus?
Frei: Wir sind unter denkbar schlechten Voraussetzungen gestartet. Denn weder Lukas noch ich hatten einen technischen Background. Rückblickend kann ich sagen, dass wir deshalb grosse Schwierigkeiten hatten. Denn wir haben für geschätzt 12'000 Franken einen Online-Shop von einer Agentur programmieren lassen. Zuerst von einer Schweizer Agentur, später von einer Agentur im Ausland. Die Wege wurden lang und länger. Und die Koordination schwieriger.
Heute sind Lukas und ich uns einig, dass wir diesen Fehler nicht noch einmal machen würden. Wir hätten von Anbeginn an eine Person mit technischem Background ins Boot holen sollen, wie wir sie mit dem CTO Henrik Lowack heute haben. Er baut mittlerweile ein eigenes Team auf, das die Weiterentwicklung koordiniert.
Aktuell stehen wir gerade vor der Migration auf Magento 2. Das System haben wir bei einem Managed-Services-Anbieter gelagert, der auf E-Commerce spezialisiert ist. Mit ihm können wir im Jahresendgeschäft skalieren. Denn jede Stunde Downtime kostet jetzt richtig Geld.
CW: Analytik dürfte essenziell für das Online-Geschäft sein heute. Wie nutzt Amorana die Technologie?
Frei: Wir verwenden hauptsächlich Google Analytics für die Auswertung der Zugriffe auf die Webseiten.
Dabei ist Google Freund und Wettbewerber zugleich: Anfangs haben sie angeboten, uns die Klicks zu verkaufen. Anschliessend war das Modell, Klicks auf Basis einer Auktion zu kaufen. Zwischenzeitlich haben wir Klicks auf der Basis des potenziellen Umsatzes kaufen können. Neu werden uns Klicks aufgrund der möglichen Marge angeboten. Im nächsten Schritt können wir Klicks auf Basis der Customer Lifetime Value kaufen. Bedeutet aber auch: Wir mussten Google unsere Geschäftsdaten offenlegen, die sie dann für Google Shopping verwenden können. So gehen wir je länger, je mehr mit Google ins Bett.
CW: Schöne Aussage. Welche Fakten über Ihre Kunden können Sie bei Google Analytics ablesen?
Frei: Unser Hauptkundensegment sind Frauen in der Altersgruppe von 25 bis 34 Jahren. Sie kaufen mit ihrem Apple-Smartphone am Sonntagabend ab ca. 20:00 Uhr ein. Die zweitgrösste Kundengruppe sind Männer aus der gleichen Altersgruppe. Ihre bevorzugte Einkaufszeit ist der Montagabend um 21:00 Uhr. Ihr «Einkaufswagen» ist ty­pischerweise ein Android-Telefon.
Wie diese Beispiele zeigen, können wir am Traffic den Tagesablauf unserer Kunden ablesen: Morgens ist «tote Hose», denn während der Bürozeiten denkt niemand an Sex Toys. Den ersten Peak gibt es um 12:00 Uhr mittags. Er dauert etwa bis 13:30 Uhr. Zwischen 16:00 und 17:30 Uhr ist wieder totale Flaute. Ab ca. 18:00 Uhr beginnt der Ansturm, der stündlich grösser wird bis zu unserer Haupt-Einkaufszeit zwischen 21:00 und 22:00 Uhr. Anschliessend lässt das Interesse wieder nach.


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