10.06.2016, 11:40 Uhr

Edward Snowden soll ein russischer Spion sein, Beweise fehlen komplett

Edward Snowden wird von hochrangigen deutschen Beamten beschuldigt, ein russischer Spion und Verräter zu sein. Beweise dafür gibt es allerdings keine, die Motive der Beamten sind dafür umso klarer.
Edward Snowden soll ein russischer Spion sein. Das behauptet Hans-Georg Maassen, Präsident des deutschen Bundesamts für Verfassungsschutz. Dem NSA-Untersuchungsausschuss sagte er, es gebe ?eine hohe Plausibilität?, dass Snowden für die russischen Geheimdienste SWR oder FSB arbeitete. Snowden habe die NSA ausgeplündert "wie noch vor ihm niemand", zitiert das Techportal Golem.de Massen. Belege für diese Aussagen legte Maassen allerdings keine vor und musste einräumen, auch keine zu besitzen. Es gebe aber ?durchaus erfolgreiche Desinformationskampagnen? der russischen Geheimdienste in Europa, die auf eine Zusammenarbeit hindeuteten. Snowden selbst meldete sich nach den Behauptungen per Tweet zu Wort:
Der deutsche Geheimdienstchef Gerhard Schindler kritisierte Snowden gestern ebenfalls. Der Bild-Zeitung sagte er: ?Bei aller Wertschätzung und bei allem guten Willen, den ich ihm unterstelle, ist und bleibt er ein Verräter. Er hat amerikanisches Recht gebrochen. Und was ich noch eher skeptisch beurteile ist, dass er sich in die Hand der Russen begeben hat und damit das Spiel der Russen und die hybride Kriegsführung mit unterstützt. Er ist zum Spielball des FSB geworden und das ist alles andere als gut.? Vergangenen Mittwoch war der dritte Jahrestag der Snowden-Enthllungen. Snowdens Leistung ist, dass die Öffentlichkeit erstmals Beweise über die umfassenden Mittel und Massnahmen der Geheimdiensten erhielt, mit denen Personen überwacht werden können. Die Enthüllungen haben dazu geführt, dass die Kontrolle der Geheimdienste in vielen Ländern angeblich verstärkt, zumindest aber die Rolle der Schlapphüte stark hinterfragt wurde. Kein Wunder ist Snowden für Geheimdienstmitarbeiter und verwandte Behörden ein rotes Tuch.


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