Vorübergehender Ausfall 22.11.2019, 16:14 Uhr

Ratten legten Estlands Online-Bürgerdienste lahm

In Estland waren diese Woche mehrere Online-Bürgerdienste vorübergehend ausser Gefecht gesetzt. Ratten hatten ein Erdkabel zwischen zwei staatlichen Datenzentren angenagt und so den Ausfall verursacht.
Die Altstadt von Tallinn, der Hauptstadt Estlands
In Europa gilt Estland als eine der Vorreiternationen der digitalen Verwaltung – und hat die Computersysteme umfangreich gegen Angriffe aus dem Internet geschützt. Doch auch Tiere stellen eine Bedrohung für die IT-Infrastruktur dar: Weil Ratten ein Erdkabel zwischen zwei staatlichen Datenzentren in der Hauptstadt Tallinn angenagt hatten, waren mehrere Online-Bürgerdienste in dem baltischen EU-Land vorübergehend nicht verfügbar. Betroffen waren unter anderem das Verschreibungssystem für digitale Rezepte und die Webseite der Lotteriegesellschaft «Eesti Loto», wie das staatliche Amt für Informationsdienste mitteilte.
Die mehrere Stunden andauernde Störung sei inzwischen behoben. «Es war ein Glasfaser-Datenkabel, das in der Telekommunikation weit verbreitet ist. Nagetiere haben es an mehreren Stellen beschädigt, und wir mussten Dutzende Meter Kabel austauschen, um das Problem zu beheben», sagte Behördenmitarbeiter Kaido Plovits dem estnischen Rundfunk. Während der Störung sei ein Teil des Datenaustauschs automatisch auf eine andere Hauptleitung verschoben worden, der Rest wurde manuell umgestellt. «Das gesamte staatliche Netzwerk ist nicht zusammengebrochen, nur ein kleiner Teil davon, dessen Sicherung noch nicht automatisiert wurde», betonte Plovits.
In Estland, das sich selbst gerne «E-Estonia» nennt, können die rund 1,3 Millionen Bürger im Alltag fast alle Behördengänge mit ein paar Mausklicks online erledigen. Der Baltenstaat hat bereits viele Bürgerdienste und öffentliche Angebote ins Internet verlagert. Seit 2005 können die Esten auch online wählen.


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