24.10.2011, 11:40 Uhr

Schweizer ICT-Branche will Informatikausbildung ankurbeln

Zahlreiche Schwergewichte der eidgenössischen ICT-Branche fordern gemeinsam, dass die Informatikausbildung an helvetischen Schulen künftig mehr Bedeutung erhält.
Wird die Informatikausbildung an Schweizer Schulen vernachlässigt?
Der Dachverband ICTswitzerland bezieht Stellung zur Informatikausbildung an Schweizer Schulen. In einem Memorandum (PDF-Datei) fordert man, gemeinsam mit den technischen Hochschulen ETH Zürich und EPF Lausanne sowie verschiedenen kantonalen Universitäten und zahlreichen Schwergewichten der helvetischen IC-Branche wie etwa Ruedi Noser oder Peter Waser, eine Reihe von Massnahmen. Konkret beinhalten die Forderungen: Informatik als Pflichtfach bereits auf Primarschulstufe, ebenso ICT-Kompetenz, sprich der Umgang mit Computern, schon auf Primarschul- oder Sekundarstufe. Zudem soll Informatik im Sinne des «Computational Thinking» - also algorithmisches Denken im mathematisch-naturwissenschaftlichen Kontext - an allen Mittelschulen unterrichtet werden. Wie der Dachverband diese Forderungen umsetzen will, erfahren Sie in diesem Interview, das Computerworld.ch mit Walter Gander, Leiter Kommission Bildung bei ICTswitzerland, geführt hat. Im vergangenen Jahr hat ICTswitzerland bereits ein Positionspapier ausgearbeitet, das die Förderung von Informatikunterricht an Schweizer Schulen fordert. Man habe festgestellt, dass der Informatik in den anstehenden Lehrplan-Reformen wie Lehrplan 21 zu wenig Platz beigemessen wird, schreibt der Schweizer Dachverband für Informations- und Kommunikationstechnologie. Die Informatik müsse als Grundlagenfach gelehrt werden, wie Mathematik oder Physik, heisst es.

Informatikunterricht an Schweizer Schulen zu oberflächlich?

Ebenfalls betont ICTswitzerland, dass die Art und Weise, wie Informatik an Schweizer Schulen unterrichtet wird, grundlegend ändern muss: «Informatik wird von vielen nur mit Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT), d.h. mit den täglichen Informatikanwendungen wie Internet, Schreiben, Tabellenkalkulation, Präsentationsgrafik, digitaler Telefonie und Fotografie gleichgesetzt.» Wichtig sei aber eben auch die Vermittlung von Konzepten und Methoden der Informatik; die Fähigkeit, mittels Programmen mit Maschinen zu kommunizieren und sie zu steuern oder das algorithmische Denken für die konstruktive Suche nach der Lösung eines Problems. So fordert ICT Switzerland auch, dass der Informatikunterricht bereits in der Primarschule das Programmieren beinhalten soll.
Harald Schodl


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