Väter des Lithium-Ionen-Akkus erhalten Nobelpreis

Durchbruch dank Goodenough

Auftritt John Goodenough (heute University of Texas): Der 1922 in Deutschland geborene US-Amerikaner - mit dem diesjährigen Nobelpreis der älteste Preisträger der Nobel-Geschichte - war einer der Leidtragenden der Ölkrise der 1970er Jahre und wollte daher zur Entwicklung alternativer Energiequellen beitragen. An der University of Oxford widmete er sich der Energieforschung und konnte Whittinghams Batterie entscheidend verbessern.
Er verhalf der Lithium-Batterie zu einem wichtigen Meilenstein, indem er ein Metalloxid anstelle eines Metallsulfids für die Kathode verwendete. 1980 zeigte er mit seinem Team, dass sich Whittinghams Batterie mit Kobaltoxid als Kathodenmaterial von knapp über zwei auf vier Volt steigern liess.
Mit den fallenden Ölpreisen sank jedoch im Westen das Interesse an Batterie-Technologien. Anders in Japan, wo Elektronikunternehmen leichte, wiederaufladbare Akkus für handliche Videokameras, kabellose Telefone und Computer brauchten.

Trend zu handlichen Geräten

Akira Yoshino von der Asahi Kasei Corporation in Tokio und der Meijo University in Nagoya hatte nach eigener Aussage die richtige Nase für den Trend hin zu mobilen Geräten. Er entwickelte die erste kommerzielle Lithium-Ionen-Batterie im Jahr 1985.
Er nutzte Goodenoughs Kathodenmaterial, aber anstelle des explosiven metallischen Lithium für die Anode verwendete er das weitaus stabilere Petrolkoks. Dabei handelt es sich um ein auf Kohlenstoff basierendes Material, das aus Erdöl gewonnen wird und Lithium-Ionen aufnehmen und abgeben kann.
Das Ergebnis war ein leichter, robuster Akku, der sich hunderte Male auf- und entladen liess, bevor seine Leistung nachliess. 1991 kam diese revolutionäre Batterie auf den Markt und stiess eine Revolution an, die letztlich Smartphones, Tablets und Elektrofahrzeuge ermöglichte.


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