22.07.2010, 08:32 Uhr

Apple sammelt WLAN-Daten

Apple hat Details zum Datenschutz und der Verarbeitung von Nutzerdaten bekannt gegeben. Dies geschah auf Anfrage zweier US-Politiker. Der iPhone-Hersteller gibt zu, unter anderem WLAN-Positionsdaten zu sammeln.
Apple hatte kürzlich eine Änderung in seinen Datenschutzbestimmungen durchgeführt. Damit räumte sich der Konzern das Recht ein, die Aufenthaltsorte der User von Apple-Geräten abzufragen und zu sammeln. Betroffen sind alle Apple-Geräte, die einen Ortungsdienst nutzen, wozu neben dem iPhone auch Mac-Rechner gehören. Die beiden US-Kongressabgeordneten Edward J. Markey und Joe Barton forderten das Unternehmen dazu auf, genauere Angaben darüber zu machen, welche Daten gesammelt werden und wozu. Die Antwort hat Apple nun geliefert.
In einem 13-seitigen Antwort-Brief hat der Konzern nun eingeräumt, dass das Unternehmen seit 2008 ortsbasierte Daten von Apple-Geräten sammelt. Der iPhone-Hersteller betont allerdings, dass die Daten anonym gesammelt werden und die Informationen selbst keinen Rückschluss auf einen User zuliessen. Ausserdem hätten die Besitzer von Apple-Geräten die Möglichkeit, das Sammeln und Übertragen der Daten an Apple jederzeit über die Abschaltung der Ortungsdienst-Funktion abzuschalten.
Stellt sich die Frage, wieso Apple bereits seit 2008 die Ortungsdaten der Anwender sammelt, aber erst jetzt durch eine Änderung in seinen Datenschutzbestimmungen darauf aufmerksam macht. Die Antwort: Nach der Veröffentlichung von iOS 4 ist mittlerweile auch der neue Werbedienst iAds an den Start gegangen. Kurz vor dem Start hat Apple die besagte Änderung an den Datenschutzbestimmungen durchgeführt. Für einen Werbeanbieter sind ortsbezogene Daten von grossem Vorteil, weil es ihm erlaubt, die Anwender gezielter mit für ihn interessanten Werbebotschaften zu versorgen.
Welche Daten von Apple genau gesammelt werden und wie man den Ortungsdienst beim iPhone abschaltet, lesen Sie auf der nächsten Seite.
In dem Schreiben an die US-Politiker betont Apple, dass man die Änderungen an den Datenschutzbestimmungen auch im iTunes Store veröffentlicht habe, damit so viele Anwender wie möglich die Änderungen registrieren. Dabei würden die Nutzer auch darauf hingewiesen, dass sie den Ortungsdienst in ihrem Gerät abschalten könnten oder die neuen Datenschutzbestimmungen ablehnen könnten. Dann sei allerdings die Nutzung des iTunes Store nicht möglich, aber die Anwender könnten ihre Geräte weiterhin aktivieren und darauf zugreifen, wie Apple erläutert.
Diese Daten werden gesammelt
Apple hat eine detaillierte Auflistung darüber präsentiert, welche Daten genau erfasst werden. Dazu zählen Informationen über WLAN-Hotspots, Mobilfunkmasten und GPS-Daten. Alle Informationen würden aber anonymisiert gesammelt und umgehend verschlüsselt. Apple sammle die Daten insgesamt sechs Monate und verwende diese dafür, um seinen Werbedienst iAd zu verbessern.
Die beiden US-Politiker geben sich mit der Antwort von Apple zufrieden. Apple habe zusätzliche Informationen darüber geliefert, welche Daten gesammelt würden und was damit geschehe. Die Anwender hätten die Möglichkeit, das Sammeln der Daten zu verhindern. Dennoch wollen Markey und Barton weiterhin Apple auf die Finger schauen.
So schaltet man den Ortungsdienst beim iPhone ab
iPhone-Nutzer müssen dazu die Einstellungen aufrufen und dort unter «Allgemein» die Funktion «Ortungsdienste» auf «Aus» stellen. Allerdings können dann auch alle anderen Anwendungen, die sich auf dem iPhone befinden, die Ortungsdienste-Funktion nicht mehr nutzen. Seit iOS 4 zeigt ein neues Pfeil-Icon neben der Akku-Anzeige an, wenn eine App aktiv ist, die den Ortungsdienst nutzt. In den Einstellungen kann der Anwender für jede App festlegen, ob sie den Ortungsdienst nutzen darf. Apps, die in den letzten 24 Stunden den Ortungsdienst genutzt haben, werden hervorgehoben.


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