Für DNA-Speicher 05.05.2021, 07:07 Uhr

ETH-Forscher für Europäischen Erfinderpreis nominiert

Die ETH-Professoren Robert Grass und Wendelin Stark sind für den Europäischen Erfinderpreis 2021 nominiert. Sie werden damit für ihre Erfindung gewürdigt, Informationen in der Erbsubstanz DNA zu speichern.
Wendelin Stark (links) und Robert Grass von der ETH Zürich  sind für den Europäischen Erfinderpreis nominiert
(Quelle: Epo.org )
Die ETH-Forschenden entwickelten eine Speichermethode, für die sie sich von der Natur inspirieren liessen. Statt Informationen in einer Abfolge von Nullen und Einsen zu speichern, nutzen sie die DNA-Basen Adenin (A), Cytosin (C), Guanin (G) und Thymin (T).
Für die Erfindung dieses Langzeitspeichermediums sind sie nun für den diesjährigen Erfinderpreis in der Kategorie «Forschung» nominiert worden, wie das Europäische Patentamt (EPA) bekanntgab.

Bundesbrief, Musikalbum und «Biohackers»

Im digitalen Zeitalter liegt Unmengen von Wissen auf Servern und Festplatten, die kaum Tausende von Jahren überdauern. Aber auch DNA unterliegt einem chemischen Zerfall. Grass und Stark liessen sich zur Lösung des Haltbarkeitsproblems von Fossilien inspirieren, in denen die Erbsubstanz über Hunderttausende von Jahren konserviert ist. Sie kapselten die künstlich erzeugten DNA-Moleküle in winzige, nanometergrosse Glaskügelchen ein. In wenigen Gramm synthetischer DNA lassen sich so 400'000 Terabyte Daten über lange Zeit speichern.
In Machbarkeitstests verewigten die Forschenden bereits den Schweizer Bundesbrief von 1291 im DNA-Format, ebenfalls das Album «Mezzanine» von Massive Attack sowie die erste Episode der Netflix-Serie «Biohackers». Die Informationen lassen sich wiedergewinnen, indem die Glaskügelchen aufgelöst und die DNA-Bausteine sequenziert werden.

Hohe Kosten

Noch sind die Kosten für das Langzeitspeichermedium hoch. Aber Grass und Stark arbeiten daran, diese zu senken, indem sie die DNA-Synthese vereinfachen. Das Ziel ist, die Kosten auf wenige Franken zu drücken.
Um die Technologie auf den Markt zu bringen, haben die Forscher 2016 das ETH Spin-Off-Unternehmen Haelixa AG gegründet. Auch erhielten sie für ihre Erfindung 2018 ein europäisches Patent.



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