Carsharing mit selbstfahrenden Autos 17.12.2018, 09:50 Uhr

Der Algorithmus, mein Chauffeur

Carsharing mit selbstfahrenden Autos könnte Städte in vielerlei Hinsicht entlasten. ETH-Forschende loten in Singapur aus, welche Potenziale in einem individualisierten, elektrifizierten und automatisierten ÖV liegen.
Emilio Frazzolis Start-up NuTonomy entwickelt Algorithmen für selbstfahrende Autos. Hier im Test in Singapur.
(Quelle: NuTonomy)
Die Zukunft der Mobilität kündigt sich in Meilensteinen an: Die Google-Tochter «Waymo» verlautbarte diesen Februar, dass ihre Flotte an selbstfahrenden Autos über acht Millionen Kilometer auf öffentlichen Strassen zurückgelegt hat. Kurz zuvor hatte der Fahrdienst Uber drei Millionen Kilometer verkündet. Geht es nach der Industrie, werden wir uns die Strassen bald flächendeckend mit Fahrzeugen teilen, die nicht mehr von Lenkern, sondern von Algorithmen gesteuert werden. Übertriebener Techoptimismus oder realistisches Szenario?
Wir fragen einen Experten auf dem Gebiet, den Italiener Emilio Frazzoli, seit Oktober 2016 Professor für Dynamische Systeme und Regelungstechnik an der ETH Zürich. «Es kommt drauf an, von welcher autonomen Mobilität Sie sprechen», lautet seine Antwort. «Bis Sie Ihr selbstfahrendes Auto beim Händler kaufen können, werden mindestens noch 15 Jahre vergehen. Sprechen wir hingegen von Carsharing in beschränktem Umfang, ist sie heute schon Realität.» Letzteres hat auch mit Frazzolis Forschung zu tun. Seit Mitte Jahr kann auf dem Las Vegas Strip jedermann über die App des Ridesharing Service «Lyft» 30 BMWs buchen. Gesteuert werden sie durch Algorithmen des US-Autotechnologie-Konzerns «Aptiv», welcher den von Frazzoli gegründeten Start-up «NuTonomy» im Oktober 2017 übernommen hatte.

Autor(in) Samuel Schlaefli, ETH-News


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