23.08.2017, 14:30 Uhr

Google beschleunigt das Internet

Google hat einen Algorithmus entwickelt, der TCP/IP um bis zu 14 Prozent beschleunigt.
BBR soll den TCP-Datenverkehr optimieren
Entwickler bei Google haben einen neuen Algorithmus vorgelegt, der TCP (Transmission Control Protocol), immerhin das wichtigste Datenübertragungsprotokoll des Internets, beschleunigt. Ihnen ist es gelungen, die Geschwindigkeit des Datenverkehrs zu optimieren, so dass die vorhandenen Bahnen nicht verstopft werden. Die Methode, genannt BBR-Laufzeit (Bottleneck Bandwidth and Roundtrip Propagation Time) misst den schnellsten Weg, um Daten über verschiedene Wege zu schicken und kann besser mit Staugefahr im Internet umgehen. Google verwendet BBR bereits, um den Datenverkehr der hauseigenen Video-Plattform Youtube zu optimieren. Dort lässt sich die Geschwindigkeit gemäss Google durchschnittlich um 4 Prozent steigern ? und um bis zu 14 Prozent in bestimmten Ländern.
Nun kommt BBR den Nutzern der Google Cloud Platform (GCP) zu gute, vor allem dann, wenn sie bestimmte Dienstleistungen in Anspruch nehmen, so Cloud Spanner, BigTable, Storage, CDN und Load Balancing. BBR kostet dabei nichts extra. Nächste Seite: TCP-Schwäche behoben

TCP-Schwäche behoben

TCP, in den 1970er Jahren entwickelt, ist auch heute noch das Transportvehikel des Internetverkehrs schlechthin. Gut 90 Prozent werden darüber abgewickelt. Bereits seit längerem wird nach Verfahren gesucht, das Protokoll zu beschleunigen. Das Problem mit TCP: Es verlangsamt den Verkehr, wenn es Staus wahrnimmt. Diese werden anhand der verlorenen Pakete erkannt. «Das hat viele Jahre gut funktioniert, weil die Zwischenspeicher der Switches und Router auf die geringe Bandbreite der Internet-Links angepasst war», erklrt Google im Blog-Post zur Ankndigung von BBR. Dagegen würde die Verkehrsregelung und Stauvermeidung aufgrund von verlorenen Paketen in heutigen Umgebungen je länger je weniger funktionieren. Ganz anders ist BBR konzipiert. Die Methode wartet nicht, bis aufgrund eines Staus Datenpakete verloren gehen, sondern versucht die Kapazität zu errechnen und den Verkehr entsprechend umzuleiten. Dabei wird ständig die Durchsatzrate geschätzt und die Zeit berechnet, welche Daten über verschiedene Routen benötigen. Dadurch weiss man, wie lange Informationen bei einer bestimmten Datenrate über welche Strecken unterwegs sind. Und dies führt wiederum dazu, dass BBR die Daten mit einer Geschwindigkeit losschickt, die das Netzwerk auch bewältigen kann.


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