Datenverlust bei Cloud-Migration 19.04.2021, 07:30 Uhr

IT-«Super-GAU» in Berner Gemeinde

Beim Umzug der IT der Berner Gemeinde Landiswil in die Cloud, ist es zu einem umfassenden Datenverlust gekommen. Nun muss die Gemeindeversammlung auf unbestimmte Zeit verschoben werden.
In der Emmentaler Gemeinde Landiswil sind bei einer Cloud-Migration die Daten mehrerer Monate unwiederbringlich verloren und müssen neu erfasst werden
(Quelle: Gemeinde Landiswil )
Die Berner Gemeinde Landiswil muss ihre für 26. Mai geplante Gemeindeversammlung auf unbestimmte Zeit verschieben. Grund ist ein Verlust von Daten mehrerer Monate. Weg ist unter anderem die Buchhaltung samt der Jahresrechnung 2020.
Nach der Umstellung der IT der Gemeinde auf die Cloud eines externen Anbieters sei es am 22. März zu einem «bedauerlichen Zwischenfall» gekommen, heisst es auf der Webseite der Gemeinde Landiswil. Den Datenverlust publik machte das Internetportal Bern-Ost.
Verloren sind alle Daten, die vom 4. Dezember 2020 bis zum 21. März neu generiert worden waren. Die Firma stehe voll für den Schaden ein und man habe mit der Aufbereitung der verlorenen Daten begonnen, schreibt die Gemeinde. Die Jahresrechnung neu aufzubereiten, sei aber bis zur Gemeindeversammlung vom 26. Mai nicht möglich. 
Diese muss deshalb auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Der Gemeinderat werde nächsten Mittwoch das weitere Vorgehen und den Zeitplan bestimmen. 

Gemeindepräsident «fuchsteufelswild»

Von einem «Super-GAU» sprach Gemeindepräsident Samuel Wittwer (parteilos) gegenüber dem Onlineportal Bern-Ost. Er sei «zuerst fuchsteufelswild» gewesen. Weil die Firma aber die Verantwortung voll und ganz übernehme, werde man ihr treu bleiben. Entschädigt werden demnach auch die Überstunden der Gemeindeangestellten. 
Die Panne passierte laut dem Online-Bericht bei einem Update. Demnach wurde vergessen, eine zusätzliche Sicherung zu aktivieren, mit der alle Daten gleichzeitig als Backup an einem zweiten Ort gespeichert werden. Ein Verzeichnis der verlorenen Daten gibt es nicht.
«Zum Glück» drucke man in der Gemeinde nach wie vor viele Dokumente ab und lege sie ab, sagte der Gemeindepräsident der «Berner Zeitung». Gewisse Akten können deshalb wieder eingescannt werden. Andere Daten - wie die Buchhaltung - müssen neu erfasst werden. 
Nicht betroffen sind Steuerdaten, die beim Kanton gespeichert werden. Auch wird der Sozialdienst von Konolfingen aus geführt. Die Gemeinde Landiswil im Emmental zählt rund 600 Einwohnerinnen und Einwohner.



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