«Demokratiefabrik» im Kanton Bern 25.08.2021, 07:21 Uhr

Könizerinnen und Könizer erarbeiten Smartvote-Fragebogen

Für die Gemeindewahlen haben Wahlberechtigte aus Köniz einen eigenen Frageboden für die digitale Wahlhilfe Smartvote erarbeitet. Über tausend Personen haben sich an dem vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern geleiteten Pilotprojekt beteiligt. 
Mehr digitale Beteiligungsformate erarbeiten, ist eines der Ziele des Pilotprojekts «Demokratiefabrik» in der Berner Gemeinde Köniz
(Quelle: koeniz.ch)
Ziel des Projekts mit dem Namen «Demokratiefabrik» ist es, die demokratische Beteiligung der Bevölkerung im Wahlprozess zu fördern und den Smartvote-Fragebogen auf die aktuellen politischen Themenschwerpunkte in der lokalen Bevölkerung abzustimmen. 
Die Auswertung des Pilots sollte ausserdem zeigen, ob solche Partizipationsformen im gut ausgebauten demokratischen System der Schweiz überhaupt ein Bedürfnis sind. 
Ja, heisst es dazu von wissenschaftlicher Seite. Von den 9000 zufällig ausgewählten und eingeladenen Personen nahmen etwas mehr als tausend teil, eine Quote von 12 Prozent.
«Im Vergleich mit anderen Studien und angesichts der Tatsache, dass der Zeitaufwand für die Teilnahme relativ hoch war und die Könizerinnen und Könizer dafür nicht finanziell entschädigt worden sind, ist eine Teilnahmequote von 12 Prozent beträchtlich», wird Giada Gianola, Doktorandin der Universität Bern, in einer gemeinsamen Mitteilung der Gemeinde und der Universität Bern zitiert.

«Demokratiefabrik» geschätzt 

Die im Nachgang durchgeführte Evaluation habe gezeigt, dass die «Demokratiefabrik» als zusätzliche Beteiligungsmöglichkeit geschätzt worden war. Die Teilnehmenden, die die Evaluation ausgefüllt hatten, waren zudem vermehrt der Meinung, dass die Digitalisierung für die Demokratie Chancen berge. 
Solche digitalen Beteiligungsformate erlaubten es, sich politisch zu engagieren, auch wenn die berufliche oder familiäre Situation dies eigentlich nicht zulasse, betont die Studienleitung. Auf der digitalen Plattform können sich die Teilnehmenden individuell anmelden, wenn es die Zeit erlaubt und jede Person kann in ihrem eigenen Tempo arbeiten. 
Erste Ergebnisse weisen auf ein heterogenes Feld von Teilnehmerinnen und Teilnehmer hin. So haben sich annähernd so viele Frauen wie Männer an der Studie beteiligt. Des weiteren hat das neue digitale Beteiligungsformat nicht nur die junge Bevölkerung erreicht. Mit Ausnahme von Personen über 75 Jahren, waren alle Altersgruppen gut vertreten. Der Altersdurchschnitt lag bei 48 Jahren. 
Die Könizer Gemeindewahlen finden am 26. September statt.



Das könnte Sie auch interessieren