Künstliche Intelligenz 29.01.2024, 09:25 Uhr

KI-Chats verändern Haltung zum Klimawandel

Forscher lassen per GPT-3 über Erderwärmung sowie "Black Lives Matter"-Bewegung diskutieren.
KI-Tools wie ChatGPT dürften von Hackern missbraucht werden. Sie helfen aber auch Security-Spezialisten.
(Quelle: Alexandra Koch/Pixabay)
Personen, die dem vom Menschen gemachten Klimawandel oder der "Black Lives Matter"-Bewegung (BLM) skeptisch gegenüberstehen, zeigen sich im Gespräch mit dem KI-Chatbot GPT-3 von dieser Erfahrung enttäuscht. Im Experiment von Forschern der University of Wisconsin-Madison verliessen sie diese Unterhaltung zwar, zeigten sich jedoch solidarischer mit dem wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel oder BLM. Details sind in "Scientific Reports" naqchzulesen.

"Large Laguage"-Modell

Die Forscher haben untersucht, wie Chatbots mit Interaktionen von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen umgehen. Menschen befinden sich heute zunehmend im Austausch mit Computerprogrammen, sogenannten "Large Laguage"-Modellen, die darauf ausgerichtet sind, die Art und Weise der menschlichen Kommunikation nachzuahmen.
Das Team wollte herausfinden, wie GPT-3, ein komplexes und grosses Large-Laguage-Modell, bei komplexen Diskussionen bei einer kulturell diversen Gruppe von Usern abschneidet. Ende 2021 und Anfang 2022 rekrutierten die Forscher mehr als 3.000 Personen.
Sie sollten sich via GPT-3 live über den Klimawandel und BLM austauschen. Laut Forscherin Kaiping Chen sollte ein gutes Large-Laguage-Modell wie Menschen in der Lage sein, das Verstehen des jeweilig anderen Standpunkts zu verbessern. Die Vorgabe für die Teilnehmer lautete bei den Tests lediglich, dass sie sich mit GPT-3 über den Klimawandel und Black Lives Matter unterhalten sollten. Im Durchschnitt dauerten diese Gespräche in etwa acht Runden.

KI-Chat verändert Denken

Die meisten Teilnehmer verliessen ihren Chat mit einem ähnlichen Ausmass an Nutzerzufriedenheit. Es gab bei Geschlecht und Ethnizität laut Chen keine grossen Unterschiede. Grosse Verschiedenheiten zeigten sich dann jedoch bei Meinungen zu den strittigen Punkten und bei unterschiedlichen Bildungsniveaus. Jene rund 25 Prozent, die dem wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel und BLM am wenigsten zustimmten, waren mit dem Austausch mit GPT-3 deutlich weniger zufrieden.
Daher vergaben sie auf einer Skala mit fünf Punkten dem Bot auch einen halben oder mehr Punkte weniger. Trotzdem veränderte sich das Denken in Bezug auf die heissen Themen. Hunderte Teilnehmer, die mit einem vom Menschen verursachten Klimawandel am wenigsten anfangen konnten, bewegten sich zumindest um sechs Prozent näher in Richtung des Endes der Skala, an dem sich die Unterstützer dieses Konzepts befanden. GPT-3 verfügte bei beiden Themen zudem auch über unterschiedliche Antwortmöglichkeiten.



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